Nahrungsmulti Nestlé mit mehr Gewinn
Nestlé-Chef Paul Bulcke. (Reuters)
Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé ist 2011 trotz EU-Schuldenkrise und hoher Rohstoffkurse stärker gewachsen als im Jahr davor. Organisch, also unter Ausklammerung von Wechselkurseffekten und Zukäufen, betrug das Wachstum 7,5 Prozent - und damit 1,3 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor.
Der Umsatz sank hingegen um 4,8 Prozent auf 83,6 Milliarden Franken. Probleme machten Nestlé neben der Euro-Schuldenkrise auch höhere Rohstoffpreise, insbesondere für Kaffee und Kakao. Auch der starke Franken hat das Unternehmen belastet. Der Gewinn stieg um 8,1 Prozent auf 9,5 Milliarden Franken.
Mit den vorgelegten Zahlen übertrifft Nestlé die Erwartungen der Analysten. Besonders gewachsen ist der Konzern in den aufstrebenden Märkten. In Asien, China, Indien, Pakistan, aber auch Nordafrika verbuchte der Konzern zweistellige Wachstumsraten.
China als Hoffnungsträger
Viel Energie steckte Nestlé vor allem in den chinesischen Markt. Der Konzern konnte sich im vergangenen Jahr - mit dem Segen der chinesischen Regierung - in zwei lokale Unternehmen einkaufen. Für Nestlé-Chef Paul Bulcke ein wichtiger Schritt. Denn die Realität verändere sich derzeit komplett. Die Wertschöpfung verschiebe sich vom Westen nach Osten.
Deswegen hat Nestlé fast 10'000 Verkaufsleute vor Ort, welche die Produkte lokalen Firmen schmackhaft machen. Analysten begrüssen den Schritt. China werde über Jahrzehnte hingweg ein wichtiger Wachstumsmarkt bleiben, sagte Patrik Lang, Analyst bei der Bank Julius Bär.
Verlockende Wachstumsraten
Er warnte aber auch von politischen Risiken. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es nicht zu ernsthaften Unruhen im Land komme. Davon lässt sich Bulcke aber nicht abschrecken. Zu verlockend sind die Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich.
Im Vergleich wächst der Westen gerade mal noch mit vier Prozent. Entsprechend geht Bulcke davon aus, dass bis im Jahr 2020 die Hälfte des Umsatzes im Osten generiert wird. Heute sind es gut 40 Prozent. (fors, gigs/sda)
Mehr zum Stichwort:
