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Dienstag, 31.7.2012

Euro-Bestände der SNB deutlich gestiegen

Im Kampf um den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken hat die Nationalbank im zweiten Quartal 2012 massiv interveniert. Die Euro-Bestände stiegen um rund 79,5 Milliarden auf 182,5 Milliarden Euro.

Die Euro-Bestände bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im zweiten Quartal auf umgerechnet 219,5 Milliarden Franken gestiegen. Dies sind 77 Prozent mehr als im Vorquartal, wie aus den Bilanzpositionen per Ende Juni hervor geht.

Gleichzeitig kaufte die SNB auch zusätzliche Dollars. Der Bestand stieg im Vergleich zum ersten Quartal von 70,9 Milliarden auf 83,6 Milliarden Dollar. Umgerechnet in Franken nahmen die Dollar-Devisenanlagen wegen der Aufwertung der US-Währung noch stärker von 63,9 Milliarden auf 79,4 Milliarden Franken zu.

Die gesamten Devisenanlagen der SNB türmten sich zur Jahresmitte auf 365,1 Milliarden Franken, wie die Nationalbank bereits Anfang Juli in einem Bericht an den Internationalen Währungsfonds (IWF) dargelegt hatte. Das waren 119,6 Milliarden mehr als Ende März und 107,6 Milliarden Franken mehr als Ende 2011.

Im ersten Quartal 2012 hatte die SNB ihre Devisenanlagen noch reduzieren können. Die verzögerte Regierungsbildung in Griechenland und zunehmende Sorge um die Stabilität Spaniens und Italiens haben den Euro aber wieder geschwächt und zu einer Flucht in andere Währungen wie Dollar oder Franken geführt.

Weiterhin steigende Giroguthaben
Für Juli zeichnet sich ein weiterer Anstieg der Devisenanlagen der Nationalbank ab: Die Giroguthaben der inländischen Banken bei der SNB sind seit Anfang Monat bis Ende vergangene Woche um rund 33 Milliarden Franken angewachsen. Die Giroguthaben steigen, wenn die SNB im Markt Devisen kauft und der jeweiligen Bank den Franken-Gegenwert gutschreibt.

Der Euro notiert seit April in einem engen Band um die Marke von 1,201 Franken und damit nur knapp über dem Mindestkurs von 1,20 Franken. Um den Mindestkurs durchzusetzen ist die SNB bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Denn eine erneute Aufwertung des Frankens hätte laut den Währungshütern schwerwiegende Folgen für die Preis- und Wirtschaftsentwicklung der Schweiz. (bru;wedj, sda)

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