Geberit geschäftet gut mit Dusch-WCs
Geberit geht’s gut – trotz starkem Franken. (Keystone Archiv)
Trotz Franken-Stärke und Schuldenkrise hat Geberit im ersten Halbjahr mehr verdient und damit die Erwartungen der Finanzgemeinde übertroffen. Unter dem Strich erzielte Europas grösster Sanitärtechnikkonzern einen Reingewinn von 226 Millionen Franken.
Starker Franken kostet Geberit Millionen
Das sind 2,6 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Den Betriebsgewinn (Ebit) konnte Geberit um 3,1 Prozent auf 262,9 Millionen Franken verbessern. Eigentlich hätte der Konzern noch mehr verdient. Der starke Franken habe aber rund 15 Millionen Franken beim operativen Gewinn weggefressen, erklärte Firmenchef Albert Baehny in einer Telefonkonferenz.
Beim Umsatz vernichtete die starke Heimwährung gar 48 Millionen Franken, so dass der Umsatz lediglich um 2,2 Prozent auf 1,14 Milliarden Franken stieg. Aber in lokalen Währungen seien die Verkäufe um erfreuliche 6,5 Prozent gewachsen, erklärte Baehny.
Das Halbjahres-Ergebnis sei sehr solide, kommentierten Analysten. An der Schweizer Börse legte die Aktie bis zum Mittag um 3 Prozent auf 198,50 Franken zu.
Gute Geschäfte in Deutschland und Frankreich
Positiv sei das Wachstum in Geberits grösstem Markt Deutschland, wo die Verkäufe in Euro um 12,9 Prozent kletterten. Auch in Frankreich, Grossbritannien, Österreich, Nord-, Zentral- und Osteuropa konnte der Konzern zweistellig zulegen.
In der Schweiz dagegen sackte der Umsatz um 10,1 Prozent auf 140,2 Millione Franken ab, nachdem Geberit im letzten Jahr die Preise gesenkt hatte. Damit wollte der Konzern verhindern, dass die Kunden jenseits der Grenze einkauften.
Zudem drückte der eisige Winter auf die Verkäufe, weil wegen der Kälte viele Baustellen ruhten. Seit dem Frühling ziehe der Absatz wieder deutlich an, sagte Baehny. Das zweite Halbjahr dürfte klar besser werden als das erste. Im Gesamtjahr 2012 dürfte der Umsatz im Heimmarkt lediglich um 2 bis 3 Prozent tiefer ausfallen als 2011.
Miserable Lage in Spanien
Miserabel liefen die Geschäfte indessen auf der iberischen Halbinsel, die unter der Schuldenkrise leidet. In Spanien und Portugal brachen die Umsätze um ein Fünftel ein. Auch in Italien gehe es der Bauindustrie sehr schlecht. In den Niederlanden sei der Absatz ebenfalls schwach, sagte Baehny. Er erwarte auch keine Verbesserung in diesen Ländern.
Dennoch zeigte sich der Geberit-Chef zuversichtlich: In Deutschland sei keine Verlangsamung der Geschäfte in Sicht. Die Nachfrage werde gut bleiben. Auch Österreich, Norwegen und Finnland dürften zulegen. Das gleiche erwarte er für Russland, Ungarn und Polen.
Im Gesamtjahr wolle der Konzern wiederum solide Ergebnisse erzielen. Der Umsatz dürfte währungsbereinigt um 4 bis 6 Prozent wachsen. Im vergangenen Jahr hatte Geberit einen Umsatz von 2,12 Milliarden Franken erzielt. (pet, sda)
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