Swiss Life mit Gewinnrückgang - AWD belastet noch
Swiss Life hat weniger verdient. (Archiv Keystone)
Der Lebensversicherungskonzern Swiss Life meldet für das erste Semester einen Rückgang des Reingewinns um 10,4 Prozent auf 361 Millionen Franken. Die Einnahmen aus den Prämien gingen um fast 3 Prozent auf 9,8 Milliarden Franken zurück.
Anders als in der Vorjahresperiode profitierte Swiss Life nach eigenen Angaben nicht mehr von einer Steuergutschrift. Unter Ausklammerung einer Wertberichtigung und der Währungseffekte wäre der Reingewinn nach Angaben des Konzerns um 15 Prozent auf 369 Millionen Franken gestiegen.
Konzernchef Bruno Pfister zeigte sich mit dem Halbjahresergebnis sehr zufrieden. Trotz historisch tiefen Zinsen sowie anhaltend volatilen Märkte sei der Betriebsgewinn um 17 Prozent auf 528 Millionen Franken gesteigert worden. Dazu trugen laut Pfister operative Fortschritte und erfolgreiche Geschäfte an den Kapitalmärkten bei: Die Nettoanlagerendite stieg von 1,9 auf 2,7 Prozent. Mitunter habe Swiss Life aus Risikoüberlegungen die Euro-Positionen in andere Währungen umgeschichtet, erklärte Pfister.
Geringere Prämieneinnahmen
Die verbuchten Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen gingen wechselkursbedingt um 2,6 Prozent auf 9,837 Milliarden Franken zurück. In Lokalwährungen erzielte Swiss Life hingegen ein Plus von 1 Prozent.
Wachstum erzielte Swiss Life nur mit steuerbegünstigten Lebensversicherungen. Nachdem vor einem Jahr das Auslaufen der italienischen Steueramnestie für einen Einbruch gesorgt hatte, griffen reiche Kunden wieder vermehrt nach den so genannten Versicherungsmänteln und das Prämienvolumen der Sparte International stieg um 4,7 Prozent auf 1,21 Milliarden Franken.
Die Segmentsgewinne stiegen hingegen in mehreren Sparten, nämlich in der Schweiz (+17 Prozent), in Frankreich (+14 Prozent), Deutschland (+16 Prozent) und im Investment Management (+7 Prozent).
Problem AWD noch nicht gelöst
Rückläufig waren die Resultate dagegen bei Swiss Life International und bei AWD. Bei Swiss Life International resultierte wegen negativer Währungseffekte und höherer Kosten ein Verlust von 3 Millionen Franken nach einem ausgeglichenen Ergebnis in der
Vorjahresperiode.
Bei AWD sank der Betriebsgewinn wegen der Rückstellungen für Rechtsfälle um 40 Prozent auf 13,1 Millionen Franken. Ohne Einmaleffekte legte die Sparte hingegen um 3 Prozent zu, obwohl der Umsatz um weitere 13 Prozent gesunken ist.
Pfister gab sich zuversichtlich, dass die im Jahr 2008 für 1,2 Milliarden Euro vom deutschen Investor Carsten Maschmeyer gekaufte AWD die Kurve kriegen werde. Allerdings könne er weitere Rückstellungen für Rechtsfälle nicht ausschliessen, vor allem für Verfahren in Deutschland. Zu Spekulationen über einen Abschreiber auf dem Goodwill von AWD wollte sich Pfister nicht äussern.
Im Rahmen der Arbeiten zu den neuen Geschäftsplänen, die Swiss Life Ende November am Investorentag präsentieren wird, werde auch das Geschäftsmodell von AWD überprüft, betonte Pfister weiter. Die Analysten zeigten sich mit den Halbjahreszahlen zufrieden. Die Swiss-Life-Aktie notierte im frühen Handel 4,0 Prozent fester. (mz/bru, sda)
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