Film-Tipp: Thriller über Bushs Irak-Lüge
Sind im eigenen Land nicht mehr sicher: Valerie Plame (Naomi Watts) und ihr Mann Joseph Wilson (Sean Penn). (Ascot Elite)
Einerseits ist «Fair Game» ein Film über ein modernes Ehepaar, das Jobs, Haushalt und Kindererziehung unter einen Hut zu bringen versucht. Anderseits ist er ein Thriller, der gerade deswegen so realistisch anmutet.
Ausser ihre Eltern und ihr Mann Joseph Wilson (Sean Penn) weiss niemand, dass Valerie Plame (Naomi Watts) eine CIA-Agentin ist. Nach 9/11 gehört sie zu denjenigen, die nach Schuldigen suchen.
Saddam Hussein ist einer der Wunsch-Sündenböcke der USA. Als 2002 das Gerücht, Irak habe Niger 50 Tonnen Uran abgekauft, die Runde macht, entsteht Hektik. Sollte Hussein tatsächlich Atomwaffen haben, könnten die USA im Irak einmarschieren.
Dichtung und Wahrheit
Der Afrika-Kenner und Diplomat Joseph Wilson, Valerie Plames Mann, wird damit beauftragt, das Ganze zu überprüfen. Und obwohl er keinerlei Beweise für den Uran-Deal findet, macht George W. Bush aus dem Gerücht eine Tatsache.
Wütend schreibt Wilson einen Artikel für die «New York Times», in dem er die Bush-Regierung der Lüge bezichtigt. Danach kommt es zu einer Hetzkampagne gegen ihn und seine Familie. Valerie wird sogar als CIA-Agentin enttarnt.
Machtdemonstration und Säbelrasseln
Damit wird sie quasi zu Freiwild, dies die Bedeutung des Filmtitels «Fair Game». Wobei natürlich auch die Bedeutung «faires Spiel» mitschwingt, denn der Film zeigt ja genau die fehlende Fairness der Machthaber auf.
Erstaunlich beim Ganzen ist, dass lauter echte Namen genannt werden. Auch die beiden Hauptfiguren, das Ehepaar Plame-Wilson, ist real. Naomi Watts spielt die Agentin mit kühler Sachlichkeit, die Mutter als besonnene Schlichterin.
Echte Namen und starke Schauspieler
Sean Penn hingegen spielt den Diplomaten Wilson als kämpferischen Wahrheitssucher, der im Eifer seine Integrität über das Wohl seiner Familie stellt. Penn und Watts brillieren als diese höchst unterschiedlichen Eheleute.
«Fair Game» ist ein moderner Thriller, dessen Authentizität wohl niemanden kalt lässt. Regisseur Doug Liman schafft es, den Film packend und unterhaltend zu machen, ohne auf Zwischentöne und Hintergrund zu verzichten. Starke Leistung. (rb)
Mehr zum Stichwort:
