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22.06.2009

Film-Tipp: Starkes Stück

Mit «Revanche» ist es dem Österreicher Götz Spielmann gelungen, durch die Verschmelzung von Liebesgeschichte und Krimi ein extrem dichtes Drama zu schaffen, das zu Recht für einen Oscar nominiert wurde und zahlreiche Filmpreise gewann. Unbedingt sehen!

Johannes Krisch und Irina Potapenko als Alex und Tamara (Cineworx)

Alex (Johannes Krisch) arbeitet im Rotlichtmilieu von Wien. Dabei verliebt er sich in die Prostituierte Tamara (Irina Potapenko). Gerne würde er mit ihr woanders ein neues Leben anfangen. Aber sie hat Schulden und befürchtet, man würde sie verfolgen. Deshalb will Alex eine Dorfbank überfallen. Dann hätten sie genug Geld, um ihre Schulden abzuzahlen und einen Neuanfang zu machen. Doch Tamara hat kein gutes Gefühl beim Ganzen. Sie erklärt sich nur einverstanden unter der Bedingung, dass sie mitgehen kann.

Während sie im Wagen wartet, dringt Alex maskiert und mit ungeladener Pistole in die Bank ein. Alles läuft wie am Schnürchen, doch als sie fliehen, schiesst ein Polizist (Andreas Lust) auf den Wagen. Er verfehlt die Reifen und trifft stattdessen Tamara tödlich. Der Traum vom neuen Leben ist zerstört. Völlig desillusioniert taucht Alex bei seinem Grossvater (Hannes Thanheiser) auf dem Land unter. Schmerz und Trauer lassen nur einen Gedanken zu: Rache.

«Revanche» ist allerdings weit mehr als bloss eine simple Rachegeschichte. Vielmehr geht es um die menschliche Existenz an sich, darum, was wirklich zählt im Leben, und darum, was uns davon entfernt.

Je stiller der Film wird, desto mehr geht er unter die Haut. Zuerst wirkt «Revanche» wie eine Milieustudie des Rotlichtmilieus, dann wie ein Krimi und schliesslich wie ein Selbstfindungsdrama. Am Ende ist «Revanche» eben nicht «Revenge» -­ Rache, sondern wie im Sport die zweite Chance auf den Gewinn. 

Wer definitiv gewinnt, ist das Kinopublikum. Das herausragende Drehbuch, die einfühlsame Regie, die kraftvollen Bilder und das starke Schauspiel-Ensemble machen «Revanche» zu einem unvergesslichen Kinoerlebnis. Wer da nicht ins Kino geht, ist selber schuld.

DRS 2 Interview mit Regisseur Götz Spielmann

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