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10.05.2010

Film-Tipp: Alte Legende neu erzählt

Mit «Gladiator» hat Ridley Scott den Sandalen-Film rundum erneuert und prompt einen Trend losgetreten, der über «Troy» bis zu den aktuellen «Clash of the Titans» und «Prince of Persia» reicht. Nun unterzieht Scott auch «Robin Hood» mit Erfolg einer Frischzellenkur.

Er spielt zum fünften Mal für Ridley Scott: Russell Crowe als Robin Hood. (Universal)

Von der Legende des Räubers, der die Reichen bestiehlt und die Armen beschenkt, gibt es schon zahllose Filmversionen, die 1991 im Kevin-Costner-Vehikel «Robin Hood: Prince of Thieves» gipfelten.

Wer braucht noch einen «Robin Hood»-Film? Niemand. Das muss sich auch Ridley Scott, Regisseur solcher Kultfilme wie «Alien» (1979) oder «Thelma & Louise» (1991), gesagt haben. Denn sein Film erzählt eine völlig neue Geschichte: Robin Hoods Vorgeschichte.

Verliebter Bogenschütze
In aufwändigen Szenen zeigt Scott, wie Robin Longstride (Russell Crowe) am Kreuzzug von König Richard Löwenherz (Danny Huston) teilnimmt und wie er schliesslich die Krone des gefallenen Königs heim nach England bringt.

Scott zeigt auch, wie und warum es den Bogenschützen nach Nottingham verschlägt, wo er sich in Marion Loxley (Cate Blanchett) verliebt. Wegen ihr engagiert er sich im Kampf gegen überhöhte Steuerabgaben und verhindert nebenbei einen Bürgerkrieg.

Trinkfeste Raubeine
Genauso wie Ridley Scott mit «Gladiator» (2000) den Sandalen-Film mit Dreck, Blut und Schweiss zeitgemäss gepimpt hat, macht er dies nun auch mit dem Strumpfhosen-Film «Robin Hood». Statt enge Männerstrumpfhosen in Grün gibt es nun braune Beinkleider, Lederkapuzen und Kettenhemden, und statt edle Helden gibt es trinkfeste Raubeine.

Scotts «Mehr-Dreck»-Devise funktioniert auch im Mittelalter. Und die Vorgeschichte Robin Hoods wirkt so neu, dass man getrost über einzelne Mängel hinwegsieht. Nur etwas kürzer dürfte das Actionepos durchaus sein. Fast zweieinhalb Stunden sind etwas gar lang. (rb)

SF-Beitrag von «Box Office»

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
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