Ein Mediziner wird neuer Chef der Weltbank
Jim Yong Kim, hier bei der offiziellen Nominierung als Kandidat durch US-Präsident Obama, wird neuer Präsident der Weltbank. (Reuters)
Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist eine Organisation der Uno und eine Schwesterorganisation der Weltbank, die ebenfalls zur Uno gehört. IWF und Weltbank wurden 1944 in Bretton Woods gegründet. Mehr
Die Weltbank hat den US-Amerikaner Jim Yong Kim zum neuen Präsidenten ernannt. Er soll nach Angaben des Exekutivrates der Bank am 1. Juli die Nachfolge des scheidenden Robert Zoellick antreten.
Der 52-jährige Mediziner hatte sich bei der Abstimmung des 25-köpfigen Exekutivrates gegen die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala durchgesetzt. Dritter Kandidat war der frühere kolumbianische Finanzminister José Antonio Ocampo - er hatte aber wenige Tage vor der Wahl aufgegeben.
Kim leitet derzeit die Elite-Universität Dartmouth im Staat New Hampshire. Der gebürtige Südkoreaner ist Mitbegründer der humanitären Einrichtung «Partners in Health», die sich seit 25 Jahren für die medizinische Behandlung von Armen in der Welt einsetzt. Zudem war der Arzt einst Direktor der Aids- und HIV-Abteilung bei der Weltgesundheitsorganisation WHO. Er war vor gut drei Wochen überraschend von US-Präsident Barack Obama nominiert worden, obwohl er anders als fast alle Vorgänger kein Finanzfachmann ist.
Amt geht traditionell an US-Amerikaner
Die Weltbank wird seit ihrer Gründung traditionell von einem Amerikaner geführt, während der Internationale Währungsfonds (IWF) als Schwesterorganisation stets eine europäische Spitze bekommt. Erstmals waren diesmal aber auch Gegenkandidaten zu dem US-Bewerber zugelassen worden. Alle drei waren in der vergangenen Woche interviewt worden. «Ihre Kandidatur bereicherte die Diskussion über die Rolle des Präsidenten und die künftige Ausrichtung der Weltbank», hiess es in einer Mitteilung des Exekutivrates. Alle drei hätten grosse Unterstützer mehrerer Mitgliedstaaten gehabt.
Kritiker bemängelten den Auswahlprozess als unfair gegenüber armen und aufstrebenden Ländern. Okonjo-Iweala räumte kurz vor Bekanntgabe der Entscheidung ein, keine Chancen auf das Amt zu haben. Es handele sich um einen Posten, bei dessen Besetzung politisches Gewicht und Einfluss eine Rolle spielen. «Daher kriegen ihn die USA», zitierte sie die britische Zeitung «The Guardian» auf ihrer Website. «Ich höre ernsthafte Bedenken zur Transparenz», bemängelte auch der südafrikanische Finanzminister Pravin Gordhan kurz vor der Wahl.
«Stark, gesund und gut positioniert»
Noch-Präsident Zoellick hatte im Februar erklärt, nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Seinen Worten zufolge ist die Weltbank heute «stark, gesund und für neue Herausforderungen gut positioniert», so dass er sich anderen Aufgaben widmen könne. Er lobte die Wahl seines Nachfolgers: «Jim hat Armut und Verwundbarkeit durch seine beeindruckende Arbeit in Entwicklungsländern aus erster Hand gesehen», sagte er laut einer Mitteilung. (ank;bat;basn, dpa)
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