Abos und Billette schlagen erneut auf
Bahnfahren wird Ende Jahr teurer. (zvg)
Die um 200 Millionen Franken erhöhten Trassenpreise bekommt nun auch die Kundschaft des öffentlichen Verkehrs zu spüren. Die Preise für Abonnemente und Billette werden per 9. Dezember 2012 um durchschnittlich 5,6 Prozent steigen. Dies hat der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) beschlossen.
Das Halbtax-Abo für ein Jahr wird beispielsweise 10 Franken teurer, das 3-Jahres-Halbtax gar 60 Franken. Happig sind die Aufschläge bei den Generalabonnementen (GA): Ein GA Erwachsene für die 2. Klasse kostet ab kommenden Dezember 3560 Franken. Das sind 210 Franken mehr als bisher. Das Junior-GA schlägt 150 Franken auf. Wer 1. Klasse fahren will, bezahlt für ein GA künftig 5800 Franken, 450 Franken mehr als heute. Die Abos werden damit um mindestens 6 Prozent teurer
Über sieben Prozent mehr fürs 1.-Klasse-Billete
Bei den Einzelbilletten fällt die Preissteigerung mit 4 Prozent in der zweiten Klasse moderater aus. In dieser Kategorie waren die Preise in der letzten Tarifrunde unverändert geblieben. Anders die 1.-Klasse-Tickets, die auch dieses Jahr noch einmal 7,3 Prozent aufschlagen. Unverändert bleiben die Preise für Gleis7-Abonnemente sowie für Junior- und Enkelkarten.
Bundesrat bittet zur Kasse
Die Trassenpreise sind das Entgelt der Bahnunternehmen für die Benutzung der Bahninfrastruktur. Deren Erhöhung hat der Bundesrat beschlossen, und zwar mit dem Ziel, die Kunden des öffentlichen Verkehrs stärker an den steigenden Kosten zu beteiligen.
VöV-Direktor Ueli Stückelberger wies vor den Medien in Bern darauf hin, dass das Angebot ständig ausgebaut werde - mit dichteren Fahrplänen, dem Lötschberg-Basistunnel oder aktuell mit dem Bau der Durchmesserlinie Zürich: «Irgend jemand muss die dafür nötigen Investitionen bezahlen.»
Aufgrund der höheren Trassenpreise wären laut Stückelberger eigentlich Preiserhöhungen bei Abos und Billette von 9 Prozent nötig gewesen. Der VöV habe aber beschlossen, nicht den ganzen Betrag abzuwälzen. Einen Teil davon trügen die Verkehrsunternehmen selber, etwa durch weitere Effizienzsteigerungen. Damit möchte der VöV die Akzeptanz der neuen Tarifrunde erhöhen: «Was wir sicher nicht wollen ist, dass sich der Verkehr wieder auf die Strasse verlagert.»
Weitere Preiserhöhungen in Sicht
Allerdings hat Stückelberger auch für die nächsten Jahre keine guten Nachrichten. Bis 2018 werden sich nach seinen Angaben die Tarife um insgesamt 20 Prozent verteuern. Ein GA würde dann über 4000 Franken kosten. Dessen Preis dürfte nämlich auch in Zukunft überdurchschnittlich stark steigen.
Laut VöV sind die GA-Kunden nicht kostendeckend. Das sei zwar auch nicht der Sinn des GA, doch dürfe die Lücke zwischen Kosten und Ertrag nicht zu gross werden, sagte Stückelberger. Der VöV werde aber dafür kämpfen, dass ein allfälliges Kampfjet-Sparprogramm den öffentlichen Verkehr nicht weiter verteuert. (bru, sda)
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