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Dienstag, 19.6.2012

Mehr Tote nach Rückzug der Uno-Beobachter

Ohne die Präsenz der Uno-Militärbeobachter hat sich der blutige Konflikt in Syrien laut der Opposition noch einmal verschärft. Bei den andauernden Kämpfen starben demnach über 80 Menschen, darunter auch Kinder.

Bewaffnete Soldaten und Panzer: Syrien kommt nicht zur Ruhe. (Ausschnitt aus einem Amateurvideo) (Keystone)

Karte: Syrien

In Syrien geht die Gewalt ohne Uno-Beobachter weiter. Aktivisten berichteten am Dienstag, am Vortag seien 83 Menschen von den Truppen des Regimes getötet worden. Unter den Toten seien elf Kinder.

Überlebende können nicht geborgen werden
Die meisten Opfer habe es in Duma im Umland von Damaskus gegeben, hiess es. Ein Regimegegner in der syrischen Hauptstadt sagte, viele Verletzte und Leichen hätten noch nicht geborgen werden können. «Wegen der andauernden Bombardierung ist es bisher niemandem gelungen, mögliche Überlebende zu bergen, die noch unter den Trümmern liegen», sagte ein Aktivist in Damaskus.

Im Bezirk Deir Baalba in Homs fanden Gegner des Regimes von Präsident Bashar al-Assad sechs Leichen von Unbekannten. Neue Gefechte wurden aus der Stadt Deir az-Zaur gemeldet.

Die unbewaffneten Uno-Militärbeobachter waren in der vergangenen Woche attackiert worden und hatten ihre Aktivitäten in Syrien daraufhin für unbestimmte Zeit eingestellt.

Wirtschaftlich schwierig
Auch wirtschaftlich wird es langsam schwierig. Geldwechsler dürfen an jeden Bürger noch maximal Devisen im Wert von 2000 US-Dollar ausgeben. Das hat dazu geführt, dass vermögende Syrer ihren Landsleuten Geld geben, wenn sie für sie Geld wechseln gehen.

Wer ein Flugticket vorweisen kann, darf lokale Währung im Wert von 10'000 Dollar tauschen. Allerdings herrscht ein Reiseverbot für hochrangige Beamte. Und mutmassliche Regimegegner wagen sich ohnehin nicht mehr zum Flughafen oder an einen der Grenzübergänge. Das syrische Pfund hat seit Beginn des Aufstandes gegen Assad im März 2011 gegenüber dem US-Dollar 45 Prozent seines Wertes eingebüsst.

Reparierte Kampfhubschrauber gestoppt
Ein russisches Schiff, das offenbar in Russland reparierte syrische Kampfhubschrauber zurückbringen sollte, ist von den britischen Behörden vor Schottland gestoppt worden. Das bestätigte das britische Aussenministerium am Dienstag in London.

Nach Informationen des «Daily Telegraph» war das Schiff bereits zuvor von den niederländischen Behörden verfolgt worden. Es habe deswegen den Kurs gewechselt. Vor Schottland sei es nun von den britischen Behörden übernommen worden.

Nach Angaben des Ministeriums in London hat Aussenminister William Hague seinem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow deutlich gemacht, dass «alle Lieferungen von Verteidigungsausrüstung aufhören müssen».

Die britische Regierung arbeite eng mit ihren internationalen Partnern zusammen um sicherzustellen, dass alle gegen Syrien verhängten Massnahmen, darunter auch das EU-Waffenembargo, voll umgesetzt werden. (basn,lin;pet, dpa)

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