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Samstag, 14.7.2012

Assad-Regime: Sondereinsatz gegen Terroristen

Wenn die Angaben der syrischen Regimegegner stimmen, ist das Massaker von Tremseh das schlimmste seit Beginn des Aufstandes. Das Assad-Regime wies die Vorwürfe zurück: Es habe sich um einen Sondereinsatz gegen Terroristen auf Bitten der Einwohner gehandelt. Zivile Opfer habe es nicht gegeben.

Kundgebung gegen das Assad-Regime in Yabroud nahe Damaskus nach dem Massaker von Tremseh: «Es ist nicht das erste und wird nicht das letzte sein.» (Reuters)

Nach dem Massaker an Zivilisten in einem syrischen Dorf bei Hama hat Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon den Weltsicherheitsrat eindringlich zum Handeln aufgefordert. «Ich rufe die Mitgliedstaaten auf, gemeinsame und entschiedene Massnahmen zu ergreifen, um die sich in Syrien abspielende Tragödie sofort und in vollem Umfang zu beenden», erklärte Ban in New York.

Bahn sagte weiter, den Konfliktparteien müsse deutlich gemacht werden, dass die fortgesetzte Nichtbeachtung der Entscheidungen des Rates ernste Konsequenzen nach sich ziehen werde. «Jetzt muss es gemeinsamen, anhaltenden und wirksamen Druck geben.»

Uno-Beobachter in der Umgebung des Dorfes
Nach dem Blutbad in Tremseh inspizierten Uno-Beobachter die Umgebung des Dorfes. Nach Uno-Angaben vom Samstag näherte sich ein Beobachterteam am Vorabend dem Ort bis auf sechs Kilometer.

Auf Bildern und in Videos im Internet waren Uno-Fahrzeuge nahe Tremseh zu sehen, die von Menschen umringt wurden. Sie zeigten den Beobachtern blutgetränkte Kleidung und Überreste von Granaten. «Das sind russische Waffen», rief ein wütender Mann in einer Videoaufnahme.

Syrische Aktivisten hatten berichtetet, dass die Armee Tremseh am Donnerstag erst mit Artillerie beschossen und dann Truppen in den Ort geschickt habe. Die Soldaten hätten Kämpfer der Opposition erschossen und Zivilisten massakriert. Ausserhalb des Dorfes seien Fliehendegetötet worden. Auch Exekutionen habe es gegeben.

Damaskus: Sondereinsatz auf Bitten der Bewohner
Das Regime in Damaskus bestritt, ein Massaker verübt zu haben. Beim Angriff in Tremse habe es sich um einen Sondereinsatz bewaffneter Streitkräfte gehandelt, der sich gegen Terroristen gerichtet habe, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Samstag unter Berufung auf Militärkreise.

Der Einsatz am Donnerstag sei erfolgreich verlaufen. Es habe keine zivilen Opfer gegeben. Es seien aber tote Zivilisten gefunden worden, die von terroristischen Gruppen umgebracht worden seien. Details dazu nannte Sana nicht. Allerdings wurde in dem Bericht betont, der Einsatz sei eine Reaktion auf Bitten der Einwohner von Tremseh gewesen. Die Bewohner des Orts dankten demnach den Behörden dafür, dass sie die Sicherheit in der Gegend wiederhergestellt hätten.

Clinton: «unbestreitbare Beweise»
International löste das Blutbad in dem Dorf Tremseh Entsetzen aus. US-Aussenministerin Hillary Clinton warf dem Regime von Präsident Bashar al-Assad vor, absichtlich Zivilisten zu ermorden. Dafür gebe es «unbestreitbare Beweise», erklärte Clinton. Auch sie forderte die Weltgemeinschaft zum Handeln auf: «Solange das Assad-Regime den Krieg gegen das syrische Volk fortführt, muss die internationale Gemeinschaft den Druck erhöhen.»

Russland sperrt
Die Annahme eines von mehreren westlichen Staaten im Weltsicherheitsrat eingebrachten Resolutionsentwurfs zu Syrien scheitert bislang am Widerstand der Veto-Macht Russland, da er Sanktionen für den Fall enthält, dass sich die Konfliktparteien nicht an die Beschlüsse der Weltgemeinschaft halten. Moskau lehnt eine Resolution nach Kapitel VII der Uno-Charta, das notfalls auch deren militärische Durchsetzung beinhaltet, strikt ab. (bru, dpa)

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