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Freitag, 3.8.2012

Kämpfe statt Diplomatie in Syrien

Die Gefechte in Syrien gehen unvermindert weiter. Laut den Rebellen verstärkt das syrische Regime seine Truppen in der umkämpften Stadt Aleppo. Die Uno hat die Gewalt im Land erneut verurteilt.

Zwei Kinder spielen in einer von Trümmern übersäten Strasse in Homs. (Reuters)

Karte: Syrien

Die Bewohner von Aleppo sitzen in der Falle

Neben Tod und Gewalt bedeuten die Kämpfe in Syrien für die Bevölkerung zunehmend auch materielle Not. Der Journalist Thomas Avenarius war in den sogenannt befreiten Gebieten Aleppos unterwegs.

Beitrag aus Rendez-vous vom Freitag, 3.8.2012, 12.30 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

In der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo rüsten sich die Truppen der Regierung von Präsident Bashar al-Assad und Rebellen offenbar für eine entscheidende Schlacht. «In Aleppo sehen wir einen bemerkenswerten Aufbau von militärischem Gerät, der uns glauben lässt, dass der Hauptkampf kurz bevorsteht», sagte Uno-Untergeneralsekretär Hervé Ladsous. Der örtliche Kommandant der Rebellen sagte, das syrische Regime habe seine Truppen in der umkämpften Stadt verstärkt.

Uno verabschiedet Resolution
Die Uno-Vollversammlung hat derweil eine Resolution verabschiedet. Darin wird die Gewalt in Syrien scharf verurteilt. Ausdrücklich wird bedauert, dass es dem Sicherheitsrat nicht gelingt, griffige Sanktionen zu verhängen. Russland und China hatten entsprechende Versuche im Sicherheitsrat stets mit ihrem Veto blockiert. Resolutionen der Uno-Vollversammlung sind nicht verbindlich.

Der bisherige Syrien-Sondergesandte Kofi Annan hatte am Donnerstag angekündigt, sein Amt nach gut fünf Monaten aufzugeben. Der frühere Uno-Generalsekretär begründete seinen Rückzug mit der mangelnden Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und der fehlenden Einigkeit im Uno-Sicherheitsrat.

1,5 Millionen auf der Flucht
Zehntausende von Menschen sitzen im ganzen Land wegen anhaltender Kämpfe in ihren Wohnungen und Häusern fest. Eine Sprecherin des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sagte, viele trauten sich nicht mehr auf die Strasse, aus Angst, ins Kreuzfeuer zu geraten. Derzeit seien innerhalb Syriens etwa 1,5 Millionen Menschen «entwurzelt und als Flüchtlinge entweder bei Gastfamilien oder in provisorischen Nothilfelagern», sagte sie.

Granaten auf ein Palästinenser-Lager
Auch in Damaskus wird gekämpft. In einem dicht besiedelten palästinensischen Flüchtlingslager schlugen nach Angaben von Aktivisten Mörsergranaten ein. Dabei kamen über 20 Menschen ums Leben, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Wer die Granaten abfeuerte, ist nicht bekannt. Offenbar gibt es in der Hauptstadt heftige Gefechte. (pet;smus, sda)

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