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Freitag, 10.8.2012

Algerier Brahimi als Syrien-Vermittler im Gespräch

Der Algerier Lakhdar Brahimi soll das schaffen, woran sein früherer Chef, Kofi Annan, gescheitert ist. Der Algerier ist als neuer Syrien-Vermittler im Gespräch. Bei der Uno war er lange Zeit der Mann für Krisen - als solcher aber nicht immer erfolgreich.

Lakhdar Brahimi. (Reuters Archiv)

Der frühere algerische Aussenminister Lakhdar Brahimi soll laut Diplomaten neuer Syrien-Sondergesandter der Uno und der Arabischen Liga werden. Zurzeit liefen letzte Verhandlungen über eine Ernennung Brahimis, über dessen Rolle und das weitere Auftreten der Uno im Syrien-Konflikt, sagten Diplomaten in New York. Die Ernennung des 78-Jährigen werde Anfang kommender Woche offiziell verkündet, hiess es am Uno-Hauptquartier in New York.

Mitorganisator der ersten fairen Wahlen Südafrikas
Als Lakhdar Brahimi Ende 2005 in den Ruhestand ging, war sein Engagement noch lange nicht erlahmt. Der Algerier blieb bei der Uno ein gefragter Mann, wenn es um die Lösung von Krisen ging. Südafrika, Haiti, Libanon, Liberia, Jemen, Kongo und immer wieder Afghanistan. Brahimi ist mittlerweile 78 - und dennoch als neuer Sonderbeauftragter für Syrien im Gespräch.

Bekannt wurde der Nordafrikaner 1994 in Südafrika, wo er als Chef der Uno-Mission die ersten fairen Wahlen mit organisierte. Aber da hatte er schon internationale Erfahrung bei der Arabischen Liga gesammelt, für die er im Bürgerkrieg in Libanon vermittelte. Von 1991 bis 1993 war Brahimi Aussenminister seines Heimatlandes.

Wichtiger Report zu Uno-Friedensmissionen
Es folgten Uno-Stationen in der ganzen Welt, tiefe Spuren hinterliess er aber auch im Hauptquartier selbst. Im Jahr 2000 veröffentlichte er einen Untersuchungsbericht zu Friedensmissionen. Quintessenz: Die Bemühungen der Vereinten Nationen seien höchst ehrenvoll, oft sei die Wirkung aber gering.

Der «Brahimi-Report» wird noch heute auf den Fluren des Uno-Hochhauses zitiert, Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte ihn vor zwei Jahren «einen Meilenstein in der Entwicklung von Friedensmissionen».

Erfolglos in Afghanistan
Besonders oft war Brahimi in Afghanistan. Der damalige Uno-Generalsekretär und jetzt scheidende Syrienvermittler Kofi Annan hatte ihn 1997 in das Land geschickt, doch wirkliche Veränderungen konnte der Algerier unter den Taliban nicht bewirken. Brahimi gab auf.

Nach dem Sturz der Islamisten durch eine von den USA geführte Militärintervention kehrte er zurück und organisierte die historische Sitzung auf dem Bonner Petersberg. Nach seiner Zeit in Afghanistan leitete er die Uno-Mission im damals noch unruhigeren Irak.

Seit sieben Jahren im Ruhestand
Auch auf den Ruheständler Brahimi - ein ständig zu Scherzen aufgelegter Vater von drei Kindern - mochte die Uno nicht verzichten. Der Algerier wurde immer wieder aktiviert, etwa in der Sudankrise.

Dennoch bleibt fraglich, ob der 78-Jährige den Syrienkonflikt lösen kann, an dem sein Ex-Chef Annan scheiterte: Das Regime in Damaskus will auf keinen Fall auf seine Macht verzichten, die Opposition fordert aber einen Neuanfang nur mit neuen Leuten.

Keine einfache Lösung in Syrien
In der Syrienkrise ist nicht unwichtig, dass Brahimi Algerier ist. Algerien war eines der wenigen Länder in der Arabischen Liga, das aufseiten des Regimes stand. Der Diplomat hatte aber den «Arabischen Frühling» gelobt: «Der Verlust von Würde und Gerechtigkeit für die arabischen Menschen hat die Erhebungen unausweichlich gemacht», sagte er im Dezember.

In Syrien sei Frieden möglich: «Ich bin optimistisch, dass es eine Lösung in Syrien geben kann. Aber ich bin nicht optimistisch, dass es eine einfache Lösung sein kann», sagte er. «Der Weg wird lang und teuer sein.»

Annans Rücktritt
Kofi Annan hatte nach seinen erfolglosen Bemühungen um eine Waffenruhe in Syrien seinen Rücktritt zum Ende seines Mandats am 31. August eingereicht. Annan hatte unter anderem eine mangelnde Unterstützung des in der Syrien-Frage zutiefst zerstrittenen Uno- Sicherheitsrats beklagt.

Die beiden Uno-Vetomächte Russland und China blockierten bereits dreimal Resolutionen des Rats zur Verurteilung der syrischen Führung und der Androhung von Sanktionen. (nab, sda/dpa)

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