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Donnerstag, 16.8.2012

Bürger aus den Golfstaaten verlassen Libanon

Der Syrien-Konflikt wirkt sich zunehmend auf die Region aus. Aus Angst vor Entführungen begannen mehrere Golfstaaten ihre Bürger aus Libanon zu evakuieren. Derweil gehen die blutigen Kämpfe unvermindert weiter, im Norden Syriens starben dutzende Zivilisten durch einen Bombenabwurf.

Ein Mann trauert um die bei dem Bombenabwurf in Azaz getöteten Menschen. (Reuters)

Karte: Syrien

Schwappt der syrische Bürgerkrieg auf den Libanon über?

Über 20 Assad-treue Syrer sind vom sogenannten al-Meqdad-Clan in Libanon entführt worden. Das erhöht die Sorge, Syriens Bürgerkrieg könnte auf den Libanon übergreifen. Bente Scheller, Direktorin der Heinrich Böll-Stiftung in Beirut im Gespräch.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Donnerstag, 16.8.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Dutzende Araber aus den Golfstaaten haben sich am Donnerstag auf den Weg von Beirut in ihre Heimat gemacht. Saudi-Arabien organisierte für seine Staatsbürger drei Evakuierungsflüge.

Libanesische Schiiten drohen mit Vergeltung
Am Mittwoch hatten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar ihre Landsleute aufgerufen, Libanon umgehend zu verlassen. Hintergrund sind Befürchtungen, dass Schiiten als Vergeltung für Geiselnahmen von Libanesen und Iranern durch syrische Rebellen Bürger von Saudi-Arabien entführen könnten.

Die Entführungs-Drohung war von einem schiitischen libanesischen Familienverband gekommen: Ein Sprecher des Al-Mokdad-Clans erklärte, die Familie habe einen Türken und mehr als 50 Syrer in Beirut und in der Bekaa-Ebene in ihre Gewalt gebracht. Sie wolle demnächst zudem Araber aus Staaten entführen, die den Aufstand in Syrien unterstützen.

Strasse zum Flughafen blockiert
Damit wollten sie die Freilassung ihres Angehörigen Hassan al-Mokdad erzwingen. Dieser wird ihren Angaben zufolge von syrischen Rebellen gefangen gehalten.

Am Mittwoch hatte der Clan sogar vorübergehend die Strasse zum Flughafen von Beirut blockiert. Daraufhin wurde eine Air-France-Maschine, die auf dem Weg von Paris in die libanesische Hauptstadt war, umgeleitet.

Flieger-Bomben töten Dutzende Zivilisten
Human Rights Watch hat Angaben der Opposition bestätigt, wonach in der an der türkischen Grenze liegenden Stadt Azaz bei einem Bombenabwurf auf ein Wohnhaus mindestens 40 Zivilisten getötet wurden. Unter den Toten des Angriffs vom Mittwoch sind laut der Menschenrechtsorganisation zahlreiche Frauen und Kinder.

Dutzende weitere Menschen wurden verletzt. Der komplett zerstörte Häuserblock lag in der Nähe des Hauptquartiers der Freien Syrischen Armee, die den Ort seit Wochen kontrolliert.

Granate tötet 25 Zivilisten in Aleppo
In der syrischen Provinz Aleppo fielen bei erbitterten Kämpfen am Donnerstag Dutzende Menschen zum Opfer. Allein 25 Menschen sollen nach Angaben von Aktivisten von einer Granate der Regierungstruppen getötet worden sein, während sie vor einer Bäckerei auf Brot warteten.

Die Freie Syrische Armee ihrerseits tötete nach eigenen Angaben ebenfalls in Aleppo 35 Angehörige der Regierungstruppen. Laut einem Rebellen-Sprecher gelang es den Aufständischen auch, in der seit Wochen heftig umkämpften Stadt einen General des Geheimdienstes gefangen zu nehmen und schwere Waffen zu erbeuten. Von unabhängiger Seite konnten die Angaben nicht bestätigt werden. (pet, sda/dpa/afp)

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