Brahimi verlangt Klarheit von der Uno
Lakhdar Brahimi (Reuters)
«Wie sollen wir uns organisieren, mit wem sprechen wir und welche Art von Plan werden wir ausarbeiten», all das müsse geklärt werden, sagte der neue Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Ihm seien die Schwierigkeiten im Uno-Sicherheitsrat bewusst.
Im Nachrichtensender France 24 fügte er mit Blick auf den Sicherheitsrat hinzu: «Wenn sie mich nicht unterstützen, gibt es auch nichts zu tun».
Das Gremium ist in der Frage des Umgangs mit Syriens Präsident Bashar al-Assad gespalten. Während die westlichen ständigen Mitglieder Grossbritannien, Frankreich und die USA härtere Sanktionen verlangen, sind Russland und China dagegen.
Kein Gespräch verweigern
Auf die Frage, ob der syrische Präsident Baschar al-Assad von seinem Amt zurücktreten solle, sagte Brahimi: «Ich weiss nicht genug darüber, was geschieht». Er habe noch nicht mit Assad gesprochen, werde aber mit ihm und Vertretern der Opposition zusammentreffen, sobald die Zeit dafür geeignet sei.
«Das ist ein weiteres Prinzip: Verweigere keinem das Gespräch, und sei es nur, um die Lage besser verstehen zu können», sagte Brahimi weiter.
Die Situation in Syrien bezeichnete der neue Gesandte als «absolut fürchterlich». Er werde sein Bestes geben, um einen Weg zur Beendigung des seit 17 Monaten anhaltenden Konflikts zu finden.
Er könne seine Hilfe nicht verweigern angesichts einer solchen Lage, «in der Hunderte, Tausende, vielleicht Millionen Menschen leiden» - ungeachtet wie schwierig die Aufgabe sei.
Kämpfe gehen weiter
Uno-Angaben zufolge sind bisher mehr als 18'000 Menschen ums Leben gekommen und etwa 170'000 mussten das Land verlassen. Und es ist kein Ende in Sicht: Im Zentrum der anhaltenden Kämpfe stand am Samstag die nordwestsyrische Metropole Aleppo und ihr Umland.
Russland und China zu Kooperation bereit
Brahimi löst Kofi Annan ab. Annan hatte kritisiert, die Meinungsverschiedenheiten im Sicherheitsrat hätten seine Arbeit behindert. Die Wahl Brahimis vom Freitag löste allseits positive Reaktionen aus.
Auch China und Russland, Syriens wichtigste Unterstützer im Uno-Sicherheitsrat, begrüssten Brahimis Ernennung. Er sei ein Mann «mit reicher diplomatischer Erfahrung und die richtige Person für die Position», erklärte China.
Russland erklärte sich in einer Mitteilung zur engen Zusammenarbeit mit Brahimi bereit. Seine Mission könne aber nur bei einem Waffenstillstand Erfolg haben. Bereits dies dürfte ein schwieriges Unterfangen sein, wurde doch die Waffenruhe des Annan-Plans nie respektiert.
Die Verantwortung für ein Ende der Kampfhandlungen trügen die ausländischen Mächte, sagte Russlands Aussenminister Sergej Lawrow dem Fernsehsender Sky News Arabia. Er forderte mehr internationalen Druck auf die syrische Opposition. (sda/reuters/afp)
Mehr zu den Stichwörtern:
