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Dienstag, 7.8.2012

Ägyptens Militär will hart gegen Attentäter vorgehen

Ägyptens Militärrat will an den Urhebern und Hintermännern des Anschlags auf einen ägyptischen und einen israelischen Grenzposten im Sinai Rache nehmen. Der blutige Vorfall belastet die angespannten Beziehungen zwischen Israel und Ägypten.

Tantawi (links) und Mursi (mitte) inspizieren einen Checkpoint im Nord-Sinai. (Keystone)

Karte: Gazastreifen

Nach dem Angriff auf einen ägyptischen und einem versuchten Überfall einen israelischen Grenzposten hat Ägyptens Oberster Militärrat den Urhebern des Anschlags mit «Rache» gedroht. Bei den Überfällen waren am Sonntagabend 16 Grenzschützer getötet worden. Ägypten und Israel halten radikale Islamisten von der Sinai-Halbinsel und aus dem Gazastreifen für die Täter.

Armee durchkämmt Grenzgebiet

Der Militärrat unter dem Vorsitzenden Mohammed Tantawi kündigte am Montagabend an, die Ägypter würden nicht lange warten müssen, bis sie eine «Reaktion auf diese terroristische Attacke» sehen. Die Armee leitete eine grossangelegte Suchaktion nach möglichen überlebenden Angreifern ein. Der Grenzübergang Rafah zum Gazastreifen wurde geschlossen, Spezialeinheiten der Armee durchkämmten die Grenzregion.

Ägyptens Präsident Mohammed Mursi ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. In einer TV-Ansprache betonte er nach einem Krisentreffen mit der Armeespitze, die Sicherheitskräfte würden den Sinai wieder vollständig unter ihre Kontrolle bringen.

Mursis diplomatische Bewährungsprobe
Bisher bekannte sich niemand zu den Taten. Ägypten und Israel machten militante Islamisten für das Blutbad verantwortlich. Am Angriff sollen vom Gazastreifen kommende Palästinenser und Ägypter im Sinai teilgenommen haben. Die in Gaza regierende Hamas wies die Vorwürfe aber zurück.

Der Vorfall ist eine der ersten grossen diplomatischen Bewährungsproben, die der neue ägyptische Präsident Mursi bestehen muss. Es droht sowohl eine Belastung der Beziehungen zu Israel als auch zu den Palästinensern.

Gemeinsame Sicherheitsinteressen
Iraels Regierungschef Benjamin Netanyahu betonte die gemeinsamen Sicherheitsinteressen Israels und Ägyptens an der Grenze. «Es ist klar, dass Israel und Ägypten ein gemeinsames Interesse an einer ruhigen Grenze haben», sagte er bei einem Besuch des Anschlagortes am Grenzposten Karm Abu Salem.

Die ägyptischen Muslimbrüder, bei denen Präsident Mursi bis zu seiner Wahl Ende Juli Mitglied war, erklärten, hinter dem Angriff stecke der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad. Der Mossad wolle damit die Arbeit Mursis hintertreiben, hiess es auf der Internetseite der Muslimbrüder.

Mehr Zwischenfälle seit dem Sturz Mubaraks
Seit dem Sturz des langjährigen ägyptischen Machthabers Hosni Mubarak im vorigen Jahr klagt Israel über laxe ägyptische Sicherheitsvorkehrungen auf der seit dem ägyptisch-israelischen Friedensvertrag von 1979 praktisch entmilitarisierten Sinai- Halbinsel.

So ist es im ägyptisch-israelischen Grenzgebiet seit dem Sturz Mubaraks immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen mit islamischen Extremisten gekommen.

Vor zwei Monaten hatten israelische Soldaten zwei schwer bewaffnete Männer erschossen, die nach Angaben des Militärs von Ägypten aus über die Grenze gekommen waren. Dabei war auch ein israelischer Arbeiter getötet worden. Vor einem Jahr hatten Terroristen, die vom Sinai gekommen waren, nördlich von Eilat acht Israelis umgebracht. (pet, sda/afp)

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