Harsche Kritik an der Strombranche
Blick ins Innere eines Strommastes. (Keystone Archiv)
- Mittwoch, 28.11.2012: Viele Alternativ-Projekte werden nicht realisiert
- Montag, 26.11.2012: Branche fordert mehr Energie aus Windkraft
- Mittwoch, 21.11.2012: AKW-Betreiber müssen mehr für Stilllegung zahlen
- Freitag, 16.11.2012: Riskante Initiative der Grünen
- Montag, 5.11.2012: Kurzfristige Kosten für Atomausstieg unterschätzt
- Donnerstag, 25.10.2012: Hohe Steuerausfälle durch Gebäudesanierungen
Nach Ansicht der Aktion für vernünftige Energiepolitik Schweiz (AVES) sind die Schätzungen des VSE realistisch. Die rund dreimal tieferen Zahlen des Bundesamtes für Energie seien «aus politischen Gründen eindeutig geschönt» worden, heisst es in einem Communiqué.
AVES: Vergleiche unabdingbar
Um sich ein konkretes Bild über die volkswirtschaftlichen Kosten des Atomausstiegs zu machen, fehle nun allerdings ein Vergleich mit dem (Ersatz-)Bau von einem oder zwei Kernkraftwerken.
Nachdem Bundesrat und Parlament letztes Jahr den Atomausstieg «ohne Kenntnis der horrenden volkswirtschaftlichen Kosten» beschlossen hätten, sei es nun an der Zeit, dass saubere Kostenvergleiche auch im Hinblick auf den Ersatz der dienstälteren AKW mit einem oder zwei AKW der dritten Generation angestellt würden. Dies sei eine unabdingbare Voraussetzung, damit Politik und Volk über die notwendigen Grundlagen für die anstehenden Entscheide verfügten.
SES: Energie kostet so oder so
Die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) findet, der VSE schüre unnötige Ängste mit hohen Kosten und vergesse: «Die Stromzukunft kostet so oder so. Die Frage ist bloss, ob wir in eine veraltete Hochrisikotechnologie investieren oder in erneuerbare Energien und Effizienz», lässt sich SES-Geschäftsleiter Jürg Buri in einem Communiqué zitieren.
Gerne gehe beim VSE vergessen, dass auch neue Atomkraftwerke die Schweizer Volkswirtschaft teuer zu stehen kommen würden.
WWF: Unbrauchbare Szenarien
Hart ins Gericht geht der WWF Schweiz mit den Stromszenarien: «Die VSE-Studie macht unrealistische Annahmen und taugt nicht als Entscheidungsgrundlage», kommentiert Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie beim WWF Schweiz, in einem Communiqué.
Selbst das fortschrittlichste VSE-Szenario rechne mittelfristig mit einem Solarstrom-Zubau, der sogar noch unter der heutigen, äusserst schwachen Zubaurate liege. Auch die Kostenrechnungen machten misstrauisch, verschätze sich doch die Stromwirtschaft regelmässig schon mit kurzfristigen Prognosen arg. (bat, sda)
