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Letztes Update: Sonntag, 15.7.2012

Karzai-Verbündeter Khan bei Anschlag getötet

Aus Respekt vor den Gästen verzichtet der Politiker und Brautvater Ahmed Khan Samangani auf Kontrollen. Ein schwerer Fehler: Ein Selbstmordattentäter reisst den engen Karzai-Verbündeten und viele weitere Menschen mit in den Tod.

Nach dem Selbstmordanschlag in der Hotelhalle in der Stadt Aibak, wo auch der enge Karsai-Vertraute Ahmed Chan umkam. (Reuters)

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Erneuter Rückschlag für die Aussöhnung in Afghanistan: Ein Selbstmordattentäter hat bei einem Anschlag auf eine Hochzeitsgesellschaft im Norden des Landes 23 Menschen mit in den Tod gerissen.

Unter den Toten des Angriffs in der Provinzhauptstadt Aibak ist der mächtige Milizenchef und Abgeordnete Ahmed Khan Samangani.

Die Eheschliessung seiner Tochter hatte zum Zeitpunkt der Explosion noch nicht stattgefunden. Braut und Bräutigam seien aber unverletzt geblieben, sagte ein Sprecher des Gouverneurs der Provinz Samangan am Sonntag.

Auch der Geheimdienstchef der Provinz sowie mehrere Offiziere von Polizei und Armee seien ums Leben gekommen, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Etwa 60 weitere Menschen seien verletzt worden.

Mit Sprengstoffweste in Festhalle
Der Anschlag ereignete sich in einer Festhalle, wo sich mehrere Hundert Menschen anlässlich der Hochzeit von Samanganis Tochter versammelt hatten. Nach Polizeiangaben zündete der Täter seine Sprengstoffweste in unmittelbarer Nähe des Brautvaters, als dieser die Gäste begrüsste. Der Angreifer habe unerkannt in die Halle eindringen können, da Samangani aus Respekt vor den Hochzeitsgästen auf Personenkontrollen am Eingang verzichtet habe, hiess es weiter.

«Da sind überall Körperteile und Blut im Hochzeitssaal», beschrieb ein Gast die Situation nach dem Anschlag im Kurznachrichtendienst Twitter.

Gegen Russen und Taliban
Ahmed Khan Samangani gehörte zu den einflussreichsten Vertretern der usbekischen Minderheit in Afghanistan. In den 1980er Jahren kämpfte er als Kommandeur der Mudschaheddin gegen die sowjetische Besatzung. Später wandte er sich auch gegen die Herrschaft der Taliban.

Samangani wurde Ende 2010 ins Parlament von Kabul gewählt und galt als enger Verbündeter von Staatspräsident Hamid Karzai. In einer Erklärung Karzais heisst es, «Feinde Afghanistans» hätten einen Mann ins Visier genommen, der eine entscheidende Rolle bei der nationalen Versöhnung in Afghanistan gespielt habe.

Taliban weisen Verantwortung zurück
Die Taliban wiesen jede Verantwortung für die Tat zurück. Nach ihrer Darstellung könnten persönliche Feinde oder politische Gegner hinter dem Anschlag stecken. «Ahmed Khan war eine einflussreiche Person im Norden (Afghanistans) und hatte zweifellos Feinde», sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid.  (bru, dpa)

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