Unsicherheit in Euro-Zone macht Börsen zu schaffen
Die Märkte trauen Spanien keine grosse Bankenrettung zu. Das spüren auch die Börsen. (Keystone)
Von Wirtschaftsredaktor Tobias Fässler
Die Investoren sind misstrauisch, ob Griechenland in der Eurozone bleibt oder nicht. Auch wenn das derzeit nur Spekulation ist. Das Scheitern der Regierungsbildung und die Neuwahlen nach den Neuwahlen haben dieses Misstrauen noch verstärkt.
Öl ins Feuer giesst der europäische Handelskommissar Karel de Gucht. Er bestätigt in einem Interview mit der belgischen Zeitung «De Standaard», dass die Europäische Kommission und die Europäische Zentralbank an einem Notfall-Szenario arbeiten. Für den Fall, dass Griechenland die Währungsunion verlassen sollte.
Dollar gewinnt an Wert
Diese Unsicherheit schwebt wie ein Damokles-Schwert über dem Euro und schwächt ihn. Anleger decken sich wieder vermehrt mit Dollar ein, der im Gegenzug an Wert gewinnt.
Doch nicht nur der Dollar ist gefragt, auch deutsche Staatsanleihen gelten als sicherer Hafen. Das wiederum verhindere einen noch stärkeren Absturz des Euros, erklärt Devisenexperte Lutz Karpowitz von der deutschen Commerzbank.
Die deutschen Staatsanleihen sind deshalb derzeit enorm gefragt. Weil diese Nachfrage so hoch ist, sinken die Zinsen dafür auf immer neue Rekordtiefs, die Rendite für die Anleger wird kleiner. Gleichzeitig wird es aber immer teurer, die als Rettungsanker gesuchten deutschen Staatsanleihen gegen einen Zahlungsausfall zu versichern. Das ist ein weiteres Zeichen für das grosse Misstrauen der Märkte in die Euro-Zone.
Starke Verluste
Die Märkte sind auch misstrauisch gegenüber Spanien. Dem spanischen Staat trauen sie derzeit eine grosse Bankenrettung nicht zu - in Madrid fehlt hierzu schlicht das Geld.
Die Unsicherheit darüber, ob die spanischen Banken nur wanken, oder möglicherweise gar fallen, setzt an den Aktienbörsen die Finanztitel unter Druck. Sie notieren mit teils starken Verlusten.
Börsen auf ganzer Welt leiden
Die wieder aufgeflammte Krise der Eurozone hält die Märkte rund um den Globus auf Trab. In Asien haben die Börsen diese Woche teilweise fast 10 Prozent eingebüsst. Mitschuld tragen hier aber auch enttäuschende Wirtschaftsdaten aus den USA und auch die sich abschwächende Konjunktur in China.
Eurosorgen gepaart mit Konjunkturängsten - das ist eine gefährliche Mischung, die die Märkte noch längere Zeit in Atem halten wird. (basn)
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