Fünf spanische Geldinstitute herabgestuft
Die Ratingagentur Standard & Poor's hat das spanische Kriseninstitut Bankia und vier weitere Banken des Landes herabgestuft. Die Bonitätsnote des teilverstaatlichten Sparkassenkonzerns Bankia sowie der Banco Popular Espanol und von Bankinter werde auf BB+ von BBB- gesenkt, teilte S&P mit.
Auch das Rating von Banca Civica und Banco Financiero de Ahorros wurde heruntergesetzt. Die Kreditwürdigkeit der beiden grössten spanischen Banken Santander und BBVA liess S&P unverändert.
Der Bankensektor ist das grösste Sorgenkind der Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy. Der Finanzbedarf des teilverstaatlichten Sparkassen-Konzerns Bankia schiesst weiter in die Höhe und bürdet dem Land neue Schulden auf. Bankia brauche zusätzliche Rettungsgelder von rund 19 Milliarden Euro, verlautete aus Finanzkreisen.
Finanzspritze birgt politischen Zündstoff
Die Bank hatte bereits vor zwei Jahren 4,5 Milliarden Euro aus dem staatlichen Bankenrettungsfonds erhalten. Eine weitere Milliardenspritze birgt erheblichen politischen Zündstoff. Denn gleichzeitig streicht Rajoy etwa die Ausgaben für Schulen und Spitäler kräftig zusammen. Um die europäischen Defizit-Vorgaben zu erfüllen, plant der Regierungschef Einsparungen von mehr als 45 Milliarden Euro in diesem Jahr.
Doch nicht nur der angeschlagene Bankensektor braucht Hilfe. Auch Katalonien braucht Geld und zwar schnell: «Uns ist es egal, wie sie es tun, aber wir müssen Zahlungen tätigen am Monatsende», sagte der katalonische Präsident. «Unsere Wirtschaft kann sich nicht erholen, wenn wir unsere Rechnungen nicht begleichen können.»
Ausgerechnet die reichste Provinz
Katalonien ist die reichste autonome Region in Spanien. Ein Fünftel des spanischen Bruttoinlandproduktes wird dort erwirtschaftet. Wie alle anderen Regionen in Spanien ist Katalonien aber hoch verschuldet. Die Region muss in diesem Jahr mehr als 13 Milliarden Euro umschulden.
Der dramatische Hilferuf löste bei den Finanzmärkten Ängste vor einer Verschärfung der Schuldenkrise aus. Der Euro sackte unter 1,25 Dollar - so tief lag die Gemeinschaftswährung seit fast zwei Jahren nicht mehr. (webs;bat, sda/reuters)
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