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Dienstag, 9.8.2011

EZB schweigt zu Anleihen-Käufen

Die Europäische Zentralbank macht vorerst keine Angaben zum Umfang des Kaufs von spanischen und italienischen Anleihen. Die Aktion zeigte erste Wirkung: Die beiden Länder zahlen weniger Zinsen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) macht keine Angaben über das Ausmass ihrer indirekten Hilfen für die unter Druck geratenen Schuldenländer Italien und Spanien.

«Wir sind auf dem Sekundärmarkt aktiv. Aber ich sage nicht, was wir kaufen», sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Einen Betrag nennen werde man erst am kommenden Montag.

Kein Kauf von Schuldtiteln
Die EZB hatte am Sonntag signalisiert, dass sie nun auch Staatsanleihen der grossen Euroländer Italien und Spanien kaufen wolle. Sie sorgt damit dafür, dass die Refinanzierung für Rom und Madrid wieder günstiger wird. Den direkten Ankauf von Schuldtiteln schloss Trichet aus. «Das sollten wir nicht tun und das können wir auch nicht tun.»

Rendite der Anleihen gesunken
Der Anleihekauf der EZB hatte bereits am Montag Wirkung gezeigt: Die Risikoaufschläge für Anleihen waren regelrecht eingebrochen, die klammen Staaten kamen günstiger an frisches Geld. Der Trend setzte sich am Dienstag fort.

Die Rendite von zehnjährigen spanischen Papieren sackte sogar unter die Marke von 5 Prozent, italienische Anleihen gingen auf gut 5,1 Prozent zurück. Am Freitag hatten die Renditen von beiden Ländern noch über der Marke von sechs Prozent gelegen.

Aufforderung zum Handeln
Die europäischen Staats- und Regierungschefs forderte Trichet erneut auf, ihre Arbeit zu machen. Die beim Euro-Gipfel am 21. Juli getroffenen Entscheidungen müssten so schnell wie möglich umgesetzt werden. Dabei geht es unter anderem um den neuen europäischen Rettungsfonds EFSF, der ebenfalls im Notfall Anleihen von Krisenstaaten kaufen soll. Dem Beschluss des Gipfels müssen noch die nationalen Parlamente zustimmen. (luek, dpa/sda)

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