«Wir halten den Kurs um jeden Preis»
Die Nationalbank investiert viel, damit 1 Euro nur 1,20 Fr. kostet. (Keystone)
Der Devisenbestand der Schweizerischen Nationalbank (SNB) wächst: Im Mai um rund 66 Milliarden Franken, von 237 auf über 303 Milliarden Franken. Das hat die SNB mitgeteilt. Die Käufe sollen helfen, die Kursuntergrenze zum Euro zu halten.
Besondere Massnahme in besonderen Zeiten
«Ein grosser Teil des Zuwachses im Mai ist auf Devisenkäufe zur Durchsetzung des Mindestkurses zurückzuführen», bestätigte SNB-Sprecher Walter Meier. Normalerweise gibt die Nationalbank keine Auskunft darüber, wie sie am Devisenmarkt eingreift. Aber es sei eben eine besondere Situation, so Meier: «Diesmal waren wir der Meinung, wir müssten bestätigen, dass es zu Interventionen am Devisenmarkt gekommen ist.»
Kursuntergrenze ist sakrosankt
Meier betonte, die SNB halte an der Kursuntergrenze gegenüber dem Euro fest: «Die Nationalbank wird den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro mit aller Konsequenz durchsetzen». Die SNB sei bereit, dazu unbeschränkt Devisen zu kaufen.
Angstkäufer und Spekulanten abschrecken
Der Devisen-Experte Thomas Flury von der UBS hält die Interventionen der SNB für sinnvoll: «Das entscheidende Signal an Anleger und Spekulanten ist: Wer Alternativen zum Euro sucht, dem bietet sich nicht nur der Franken, sondern auch der Dollar, das britische Pfund, der australische Dollar», sagt Flury im Gespräch mit Radio DRS. «Das sind grosse Währungsräume - und darum sicherer als der Schweizer Franken».
Nicht locker lassen
Der Devisenspezialist ist optimistisch, was das Durchsetzungsvermögen der Nationalbank anbelangt: «Die Nationalbank kann die 1,20 zum Euro weiter verteidigen, wenn sie das klar signalisiert. Sie hat ja nun gezeigt, dass sie dazu imstande ist.» (smus, kobe;ank)
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