Schwere Vorwürfe gegen Bruno Zuppiger
Bruno Zuppiger. (Archiv Keystone)
Von Bundeshausredaktor Philipp Burkhardt
Eine Woche vor den Bundesratswahlen gerät SVP-Kandidat Bruno Zuppiger in die ungemütliche Lage, sich zur Verwaltung eines Nachlasses erklären zu müssen. Die «Weltwoche» schreibt, eine ehemalige Angestellte von Zuppigers Firma, die vor elf Jahren starb, habe ihre Arbeitgeberin damit beauftragt, ihr Testament zu vollstrecken.
Dabei sei es um 265'000 Franken gegangen, das sie zwei gemeinnützigen Firmen hätte zukommen lassen wollen. Statt dass der Wille vollstreckt worden sei, habe sich die Sache aber über mehrere Jahre hingezogen, berichtet die Weltwoche.
Grosszügiges Honorar
Nach fünf Jahren habe die Firma Zuppiger&Partner den Begünstigten eine Zwischenabrechnung vorgelegt. Darin seien 150'000 Franken als «Willensvollstreckerhonorar» in Rechnung gestellt worden. So habe man unter anderem 500 Arbeitsstunden zu 350 Franken verrechnet.
Zwei Jahre später sei die die Zürcher Kantonalbank dann angewiesen worden, die restlichen 100'000 Franken auf ein Konto von Bruno Zuppiger zu überweisen. Danach hätten die begünstigten Erben der Firma Zuppiger&Partner mit einer Klage gedroht, worauf der volle Betrag der Erbschaft plus ein Zins von 5 Prozent überwiesen worden sei.
Zuppiger weist Vorwürfe zurück
SVP-Kandidat Bruno Zuppiger erklärt gegenüber Schweizer Radio DRS, er könne auf die Details nicht eingehen, weil eine Stillschweigevereinbarung abgeschlossen worden sei. Die Weltwoche verkenne, dass in einer Firma immer ein Fehler passieren könne, meint Zuppiger zum Zeitungsartikel.
Als ihm der Fehler bekannt wurde, sei er als Unternehmer hingestanden und habe das Problem gelöst. Die Sache sei geregelt und es sei niemand zu Schaden gekommen, erklärt Zuppiger. Der Fehler sei einem Mitarbeiter passiert und nicht ihm selber, betont der SVP-Nationalrat: «Es ist nie mein persönlicher Fehler gewesen. Ich habe mich nie bereichert und nicht in die eigene Tasche gearbeitet.»
Kein Problem für SVP
Die Partei von Bruno Zuppiger, die SVP, schreibt in einer Medienmitteilung, sie sei vor der Nomination ihres Kandidaten über die Angelegenheit informiert worden. Von wem, geht aus dem Communiqué nicht hervor.
Parteipräsident Toni Brunner erklärt dazu auf Anfrage lediglich, die SVP habe selbständig Abklärungen getroffen und sich dann auch von Bruno Zuppiger informieren lassen. Alles sei ohne Schaden für Dritte geregelt worden, hält die SVP in ihrer Mitteilung fest.
Für die Parteileitung sei wichtig, dass Bruno Zuppiger die Sache in Ordnung gebracht habe. Deshalb habe auch kein Grund bestanden, eine Nomination in Frage zu stellen. Die Medienmitteilung schliesst mit dem Satz: «Die Sache ist für die SVP damit erledigt».
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