Putin lädt zur grossen Parade
Militärparade in Moskau: Russland feiert Sieg über Hitler-Deutschland zum 67. Mal. (Reuters)
- Montag, 7.5.2012: Drinnen Prunk, draussen Proteste
- Sonntag, 6.5.2012: Gewaltsame Proteste gegen Putin in Moskau
- Samstag, 10.3.2012: Protest: 25'000 fordern Neuwahlen und Reformen
- Dienstag, 6.3.2012: Festgenommene Putin-Gegner wieder frei
- Montag, 5.3.2012: Der grosse Sieg des Wladimir Wladimirowitsch
- Montag, 5.3.2012: Medwedew lässt Chodorkowski-Verfahren prüfen
- Sonntag, 4.3.2012: Hintergrund: Putins politische Schwerpunkte
Auf dem Roten Platz in Moskau wurde eine grosse Militärparade zum 67. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland abgehalten. Präsident Wladimir Putin nahm zwei Tage nach seiner Amtseinführung erstmals wieder als Oberbefehlshaber der Armee die Parade ab. Der Aufmarsch begann mit einer Schweigeminute für die Kriegsopfer und dem Glockenschlag des Spasski-Turms am Kreml.
Während der gut einstündigen Parade marschierten rund 14'000 Soldaten an Ehrengästen auf einer Tribüne vorbei. Zu sehen war auch schweres Kriegsgerät mit Panzern und Raketen. Mit etwa 27 Millionen Opfern hatte die damalige Sowjetunion im «Grossen Vaterländischen Krieg» von 1941 bis 1945 so schwere Verluste erlitten wie kein anderes Land.
Proteste gegen Ämtertausch
Am Abend hat die Polizei bei Protesten der russischen Opposition gegen den Ämtertausch zwischen Präsident Wladimir Putin und Regierungschef Dmitri Medwedew erneut dutzende Menschen festgenommen. Wie die Agentur Interfax meldete, waren darunter in Moskau der bekannte Internetblogger und Anwalt Alexej Nawalny sowie die populäre Fernsehmoderatorin Xenia Sobtschak.
Auch russische Journalisten seien bei den nicht angemeldeten, friedlichen Kundgebungen in der russischen Hauptstadt trotz Kennzeichnung von der Polizei bedrängt worden. Der Oppositionsabgeordnete Ilja Ponomarjow kritisierte die Festnahmen als «grundlos und ungesetzlich».
Polizei: 300 vorläufige Festnahmen
Die Polizei sprach von mehr als 300 vorläufigen Festnahmen seit Montag. Einige Oppositionelle seien mehrfach in Gewahrsam gekommen. Die Behörden erfassen nach eigenen Angaben in vielen Fällen nur die Personendaten der Demonstranten und lassen sie dann wieder frei.
Putin kehrte nach einer von Betrugsvorwürfen überschatteten Wahl am Montag ins Präsidentenamt zurück, Medwedew wurde am Dienstag im Gegenzug zum Ministerpräsidenten gewählt. Gegen den Ämtertausch gibt es in Russland seit Monaten Proteste. (luea;ank, dpa/sda)
