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Dienstag, 10.4.2012

USA warnen Nordkorea vor Raketentests

Die USA haben Nordkorea vor neuen Raketen- und Atomtests gewarnt. Unbeeindruckt fährt Nordkorea mit den Vorbereitungen fort. Deshalb wollen mehrere Fluggesellschaften ihre Flüge in der Region umleiten.

Ryu Kum Chol von der nordkoreanischen Raumfahrtbehörde. (Reuters)

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Nordkorea hatte am Wochenende in einem ungewöhnlichen Schritt der Öffentlichkeit eine Langstreckenrakete vorgestellt, mit der das Land nach eigenen Angaben in Kürze einen Wettersatelliten ins All bringen will. Die USA und Südkorea befürchten allerdings, dass es sich um den verkappten Test einer ballistischen Rakete handelt.

«Tut das nicht»
Die USA haben Nordkorea zum Verzicht auf weitere Raketen- oder Atomtests aufgefordert. «Unsere Position bleibt: Tut das nicht», sagte eine Sprecherin des Aussenministeriums in Washington am Montag. Ein Raketenstart wäre «höchst provokativ» und würde «eine Bedrohung für die regionale Sicherheit» darstellen. Ein dritter Atomtest «wäre genauso schlimm, wenn nicht gar schlimmer».

Sie rief China als vermeintlich Verbündeten des weitgehend abgeschotteten Landes auf, mehr Einfluss auf die Führung in Pjöngjang auszuüben, um eine «Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel» zu erreichen.

Nordkorea für Raketenstart bereit
Nordkorea hat nach eigenen Angaben alle Vorbereitungen für einen geplanten Satellitenstart abgeschlossen. Vertreter der Raumfahrtbehörde erklärten am Dienstag in Pjöngjang vor ausländischen Medien, der Start werde wie geplant stattfinden.

Noch am Dienstag solle der für den Abschuss ins All vorgesehene Beobachtungssatellit auf der Langstreckenrakete installiert werden, sagte Ryu Kum Chol von der nordkoreanischen Raumfahrtbehörde.

Für den Flug ins All sei ein «sicherer Weg» ausgewählt worden, ergänzte er. Die Rakete vom Typ Unha-3 sei im Notfall aber auch in der Lage, sich selbst zu zerstören.

Der Satellit soll anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung zwischen dem 12. und dem 16. April in den Weltraum geschossen werden.

Russland verurteilt Satellitenstart
Mehrere westliche Regierungen sehen dahinter einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm. Nordkorea hatte jeweils wenige Monate vor den Atomtests im Oktober 2006 und Mai 2009 Langstreckenraketen getestet.

Auch Russland verurteilte den geplanten Satellitenstart als Verstoss gegen Uno-Resolutionen. Ein Sprecher des Aussenministeriums in Moskau erklärte, die Pläne Pjöngjangs seien ein Beispiel dafür, dass Entscheidungen des Sicherheitsrats ignoriert würden.

Japan in Alarmbereitschaft
Die Rakete vom Typ Unha-3 kann angeblich Alaska und damit das US-Festland erreichen. Die japanische Regierung in Tokio hat die Luftabwehr des Landes in Alarmbereitschaft versetzt, um die nordkoreanische Rakete notfalls abschiessen zu können.

Vorbereitungen für einen neuen Atomwaffentest
Nordkorea bereitet einem Medienbericht zufolge auch einen dritten Atomtest vor. Unter Berufung auf Geheimdienstkreise meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap, die Vorbereitungen seien auf Satellitenaufnahmen zu erkennen. Ein Tunnel für den Test werde in der nordöstlichen Stadt Punggye-ri angelegt, neben den Schächten für die Versuche der Jahre 2006 und 2009.

Nordkorea hatte im Februar einen Stopp seiner Atomtests, der Uran-Anreicherung und der Starts von Langstreckenraketen angekündigt. Im Gegenzug sollte das verarmte Land Lebensmittel erhalten. Die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der seit drei Jahren ausgesetzten Verhandlungen wurden jedoch durch Nordkoreas Ankündigung des Raketenstarts zunichte gemacht.

Asiatische Airlines ändern Routen
Kurz vor dem angekündigten Start der Langstreckenrakete haben mehrere asiatische Fluggesellschaften eine Änderung ihrer Flugrouten in der Region angekündigt.

Rund ein Dutzend Flüge aus den USA, Japan und Südkorea würden an dem erwarteten Weg der Rakete vorbei gelenkt, teilte Philippine Airlines am Montag mit. Japan Airlines und All Nippon Airways kündigten an, die Routen von Flügen zwischen Tokio, Manila, Jakarta und Singapur zu verlegen. (mz;fors, reuters/sda)

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