Porträt: Wer ist Philipp Hildebrand?
Philipp Hildebrand: Keinem Konflikt aus dem Weg gegangen. (SRF)
- Donnerstag, 28.6.2012: Affäre Hildebrand: Presserat rügt «Weltwoche»
- Montag, 11.6.2012: Teilerfolg für Blocher gegen Staatsanwaltschaft
- Donnerstag, 31.5.2012: «Das ist ein politischer Entscheid»
- Freitag, 27.4.2012: SNB-Bankratspräsident verteidigt Gremiumsarbeit
- Donnerstag, 26.4.2012: Immunitätskommission schützt Blocher nicht
- Mittwoch, 21.3.2012: Hausdurchsuchung bei Christoph Blocher
Mit Christoph Blocher verbindet der 48-jährige Philipp Hildebrand eine Intimfeindschaft. Blocher, Vordenker der SVP, wirft Hildebrand die Verschleuderung von Staatsvermögen vor.
Blocher erzürnt vor allem, dass die SNB mit Eurostützungskäufen im Kampf gegen die starke Landeswährung mehr als 26 Milliarden Schweizer Franken in den Sand gesetzt hat. Wiederholt hat er Hildebrands Rücktritt gefordert.
Regelmässige Attacken gegen Hildebrand
Dass der Franken seit Einführung eines Mindestkurses im vergangenen September ohne grössere Markteingriffe der SNB deutlich über 1,20 gehandelt wird, hat die Hildebrands Kritiker nicht besänftigt. So ritten Blocher nahestehende Publikationen regelmässig Attacken gegen den obersten Schweizer Währungshüter. Da überrascht es nicht, dass die von einem Mitarbeiter der Bank Sarasin entwendeten Daten, die die Affäre um Hildebrands Devisengeschäfte ins Rollen gebracht haben, auch über Blochers Schreibtisch wanderten, bevor dieser die Unterlagen an die Schweizer Regierung weitergab.
Sportlich und ehrgeizig
Der frühere Leistungsschwimmer Hildebrand gilt als äusserst ehrgeizig und international gut vernetzt. Bei seinem Amtsantritt war Hildebrand mit 46 Jahren jüngster Präsident in der Geschichte der Notenbank. Zuvor hatte der in Deutsch und Englisch zweisprachig aufgewachsene Hildebrand nach Schulen und Studium in mehreren Ländern mit 31 Jahren in Oxford einen Doktor in internationaler Politik erworben und für das World Economic Forum (WEF), die Zürcher Bank Vontobel und die Union Bancaire Privee (UBP) in Genf gearbeitet.
Im Kreis der internationalen Notenbanker genoss Hildebrand hohes Ansehen. Zwar reichte es im November 2011 nicht für den Posten des Chefs des neu geschaffenen Financial Stability Board (FSB) der G20, doch schaffte es Hildebrand als Vertreter der kleinen Schweiz immerhin auf den Posten des Vize-Vorsitzenden. Mit seinem Rücktritt hat Hildebrand zumindest in der Welt der Notenbanker nun keine Chance mehr auf eine Fortsetzung seiner Karriere - weder in noch ausserhalb der Eidgenossenschaft . (saua, reuters)
