«Ein grosser Sieg der französischen Demokratie»
«Ein schöner Abend für die französische Demokratie»: Alfred Grosser (Keystone)
- Donnerstag, 17.5.2012: Hollandes Regierung löst ihr erstes Versprechen ein
- Mittwoch, 16.5.2012: Hollandes neue Regierung steht
- Mittwoch, 16.5.2012: Merkel und Hollande betonen Partnerschaft
- Dienstag, 15.5.2012: Ayrault wird Hollandes Premierminister
- Freitag, 11.5.2012: Hollande legt sein Vermögen offen
- Montag, 7.5.2012: Merkel: Fiskalpakt steht nicht zur Disposition
- Montag, 7.5.2012: Machtwechsel: Sarkozy geht, Hollande kommt
«Ein schöner Abend der französische Demokratie» - so sieht Alfred Grosser, einer der grossen Intellektuellen des Landes die Präsidentschaftswahl vom 6. Mai im Rückblick. Der emeritierte Politikprofessort würdigte im «Echo der Zeit» vor allem die friedliche Stimmung des Abends: So habe der Unterlegene Nicolas Sarkozy dem Wahlsieger Hollande sofort gratuliert. Zudem sei alles, was von beiden Seiten gesagt wurde, sehr friedlich gewesen.
Grosser äusserte die Hoffnung, dass diese Friedfertigkeit erhalten bleibe - «wenn man sich auch streitet, eine entgegengesetzte Meinung hat oder es wirtschaftlich schlecht geht».
Vorwahlsystem als grosser Vorteil
Grosser - der von sich sagt, er habe vor allem gegen Sarkozy gestimmt - ortet Sarkozys grössten Fehler im Wahlkampf der letzten Wochen. Er sei dabei so stark auf die extreme Rechte zugegangen, dass er alle in der Mitte vor den Kopf gestossen habe. Selbst der Zentrumskandidat François Bayrou habe sich am Schluss hinter Hollande gestellt, weil er «die Verneinung der französischen Grundwerte nicht mehr ertragen kann».
Einen Vorteil für Hollande machte Grosser im erstmals praktizierten Vorwahlsystem aus. Es sei danach klar gewesen, dass derjenige Kandidat, der das Rennen mache, der Kandidat aller in der Partei sein würde. «Der Streit hat aufgehört.» (ank)
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