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Donnerstag, 5.4.2012

Schweiz macht bedeutende Zugeständnisse

Das Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland hat eine erste wichtige Hürde genommen. Beide Länder unterzeichneten in Bern ein Zusatzprotokoll. Dabei ist die Schweiz den Nachbarn merklich entgegengekommen - etwa bei der Höhe der Abgaben auf altes Schwarzgeld.

Deutsch-schweizerisches Steuerabkommen: Zugeständnisse gegenüber den deutschen Nachbarn. (Keystone)

Offene Fragen zum unterzeichneten Steuerabkommen

Nach der Unterzeichnung des deutsch-schweizerischen Steuerabkommens stellen sich viele Fragen: Werden die Schweizer Banken zustimmen? Wie sieht es im Parlament aus? Was gewinnt die Schweiz? Was bedeutet es für Deutschland?

Beitrag aus Rendez-vous vom Donnerstag, 5.4.2012, 12.30 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

Von Bundeshausredaktor Pascal Krauthammer

Stirbt ein deutscher Kontoinhaber, so hat dies nun Konsequenzen. Neu müssen im Todesfall die deutschen Erben entweder einer Steuer von 50 Prozent zustimmen oder sie müssen das Konto in der Schweiz offenlegen.

Höhere Abgaben auf altes Schwarzgeld
Auch in einem anderen wichtigen Punkt macht die Schweiz Zugeständnisse: Was die sogenannten Altlasten angeht - also Gelder, die sich bereits auf Schweizer Konten befinden - wurde die pauschale Besteuerung erhöht. Statt wie bisher zwischen 19 und 34 Prozent liegt der Steuersatz nun bei mindestens 21 und höchstens 41 Prozent.

Das Abkommen, das im nächsten Jahr in Kraft treten soll, will auch der fortlaufenden Steuerflucht einen Riegel schieben. Eine Verlagerung von Vermögen deutscher Steuerbürger aus der Schweiz in Drittstatten soll ohne Meldung nicht mehr möglich sein. Auf Druck der Europäischen Union wurden zudem Zinszahlungen, die vom Zinsbesteuerungsabkommen der EU erfasst sind, ausdrücklich vom schweizerisch-deutschen Abkommen ausgenommen.

Abkommen mit Vorbildcharakter
Für den Bundesrat hat das Steuerabkommen mit Deutschland Vorbildcharakter. Es erlaube eine lückenlose Besteuerung aller Steuerpflichtigen. Damit würden nicht massenhaft Daten ausgetauscht, die kaum auszuwerten seien, sondern es werde konkret Steuergeld transferiert. Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf gibt sich überzeugt, dass weitere Staaten mit der Schweiz solche Steuerabkommen treffen werden. (ank)

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Weiterführender Link zum Beitrag:

  • admin.ch: Der Originaltext des Ergänzungsprotokolls.

Mehr zu den Stichwörtern:

  • Bankgeheimnis
  • Schweiz-Deutschland
  • Steuerstreit

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Medienkonferenz zum Steuerabkommen

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf hat Stellung zum veränderten Steuerabkommen mit Deutschland genommen. «Der Rahmen ist gesteckt, daran kann man jetzt nichts mehr ändern», sagte die Finanzministerin.

DRS 4 Live vom Donnerstag, 5.4.2012, 13.30 Uhr, DRS 4 News

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