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  • Sommersession im Zeichen des Steuerstreits:

Dienstag, 5.6.2012

Schweiz geht härter gegen Zwangsehen vor

Zwangsheiraten werden in der Schweiz nicht mehr toleriert. Der Ständerat hat wie zuvor bereits der Nationalrat entsprechende Anpassungen in sechs Gesetzen gutgeheissen. Wer jemanden zu einer Ehe zwingt, soll dafür härter bestraft werden.

Noch ist umstritten, ob Zwangsheiraten automatisch annulliert werden. (Reuters Archiv)

Die härtere Bestrafung bei Zwangsehen war im Ständerat unbestritten. Alle Votanten sprachen sich dafür aus, dass schärfer gegen Zwangsheiraten vorgegangen werden soll.

«Zwansgsheiraten sind krasse Menschenrechtsverletzungen», sagte Ständerätin Christine Egerszegi (FDP/AG) im Namen der vorberatenden Kommission.

Zwangsheirat wird Offizialdelikt
Gemäss dem neuen Artikel wird bestraft, wer jemanden mit Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile nötigt, eine Ehe einzugehen. Gegenüber der heutigen Bestimmung wird dabei der Zwangsbegriff weiter gefasst.

Zudem wird Zwangsheirat zu einem Offizialdelikt, das von Amtes wegen verfolgt werden muss. Nicht zuletzt wird die angedrohte Höchststrafe von drei auf fünf Jahre Freiheitsentzug erhöht.

Diffenz zum Nationalrat
Der Ständerat will in einem Punkt weiter gehen als der Nationalrat. So sollen unter Zwang geschlossen Ehen in jedem Fall für ungültig erklärt werden. Mit 23 zu 14 Stimmen sprach sich die kleine Kammer dafür aus, dass Zwangsehen auch dann von Amtes wegen für ungültig erklärt werden sollen, wenn die Betroffenen die Ehe freiwillig weiterführen wollen.

Der Ständerat widersetzt sich damit dem Nationalrat und dem Bundesrat, die dem Gericht für solche Fälle einen Ermessensspielraum geben wollen. In der Gesamtabstimmung hiess der Ständerat die Vorlage, die nun mit dieser Differenz zurück in den Nationalrat geht, einstimmig gut. (bat, sda)

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Sommersession im Zeichen des Steuerstreits

Das Dauerthema Bankgeheimnis beschäftigte die eidgenössischen Räte auch in der Sommersession. Daneben standen noch weitere wichtige Themen, wie etwa Lohndumping, die Asylpolitik oder die Post auf der Traktandenliste.  Mehr


Weiterführender Link zum Beitrag:

  • www.zwangsheirat.ch

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