«Ein grosser Schritt für die Teilchenphysik»
Das Cern in Genf (Keystone)
Grosse Aufregung und standing Ovations in Genf: Mit Analysen von Milliarden Teilchenkollisionen haben die Wissenschaftler am Cern das von der theoretischen Physik vorhergesagte Teilchen Higgs-Boson wahrscheinlich nachgewiesen. Das hat ein Sprecher des CMS-Detektors am Cern erklärt.
Laut DRS-Wissenschaftsredaktor Patrik Tschudin wird damit die in den letzten 80 Jahren entwickelte Theorie über die Existenz eines solchen Teilchens bestätigt. Mit dem Higgs könnte die Frage nach der Eigenschaft der Masse der Materie geklärt werden. «Für die Welt der Teilchenphysik ist das ein grosser Schritt», ist Tschudin überzeugt.
Tausende Wissenschaftler arbeiten zusammen
Der Fund am Cern ist laut Tschudin auch ein grosser Erfolg für die internationale Zusammenarbeit tausender hochklassiger Wissenschaftler, Technikerinnen und Ingenieuren. «Das darf man nicht unterschätzen», betonte er. Es zeige, dass sich so über alle disziplinären und geografischen Grenzen hinweg gut zusammenarbeiten lasse.
Nachdem die politische Unterstützung für den Teilchenbeschleuniger Cern zuletzt erlahmt war und ein mögliches Aus des Projekts drohte, gibt der Higgs-Nachweis dem Institut neuen Aufwind.
Viele neue Fragen
Mit dem Fund sei eine wichtige Frage einer Lösung näher gebracht worden. Er eröffne aber auch unzählige neue Fragen. Nun müssten die Wissenschaftler herausfinden, welche Eigenschaften das Teilchen hat, wie es zerfällt und wie es im Teilchenzoo interagiert. Vielleicht gebe es ja auch noch andere Teilchen. «Jetzt fängt die Arbeit am Cern erst richtig an», sagt Tschudin. (nab, pat)
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