Medwedew stellt Haft für Pussy Riot in Frage
Hat Putin im Nacken: Fraglich ist, ob Medwedews Äusserungen den Fall Pussy Riot beeinflussen. (Keystone)
- Montag, 22.10.2012: Pussy-Riot-Mitglieder in Straflager verlegt
- Mittwoch, 10.10.2012: Haft für eine Musikerin von Pussy Riot aufgehoben
- Donnerstag, 23.8.2012: Menschenrechtsbeauftragter: «Urteil übertrieben»
- Samstag, 18.8.2012: Pussy Riot singen weiter gegen Putin
- Freitag, 17.8.2012: Scharfe Kritik am ersten Urteil gegen Pussy Riot
Die unlängst in Straflager verlegten beiden Frauen der Moskauer Punkband Pussy Riot sollten aus Sicht von Regierungschef Dmitri Medwedew wieder in Freiheit kommen. Die Aktivistinnen seien nach ihrem Protest gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche genug bestraft worden, sagte Medwedew am Freitag der Agentur Interfax zufolge.
«Wäre ich Richter, ich hätte sie nicht zur Haft verurteilt, einfach weil ich es nicht für richtig halte, dass sie durch Freiheitsentzug bestraft werden», sagte der Jurist Medwedew.
Die 22-jährige Nadeschda Tolokonnikowa und die zwei Jahre ältere Maria Aljochina waren wegen Rowdytums und Verletzung religiöser Gefühle zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden. Die Strafe endet im März 2014. Die 30-jährige Aktivistin Jekaterina Samuzewitsch war nach monatelanger Untersuchungshaft auf Bewährung freigelassen worden.
Streit um Markenrechte
Seither gibt es immer wieder Zoff um die feministische Frauenband. Zum Ärger von Pussy Riot wollte sich die Ehefrau ihres Verteidigers Mark Fejgin die Markenrechte an dem inzwischen international bekannten Namen der Band sichern.
Samuzewitsch, die sich vorher schon vom Anwalt losgesagt hatte, wies darauf hin, dass es zu den Idealen der Punkband gehöre, sich nicht kommerzialisieren zu lassen.
Das Patentamt in Moskau lehnte den Antrag jedoch ab, wie Fejgin der Agentur Interfax sagte. Er kündigte an, den Namen in Europa und den USA schützen zu lassen. (bru/prus, dpa)
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