Solarhersteller starten Offensive
Blick vom Turm im Oerlikerpark in Zürich auf Photovoltaik-Anlagen der umliegenden Wohnhäuser. (Archiv Keystone)
Von Wirtschaftsredaktorin Priscilla Imboden
Wenn die ersten Kernkraftwerke vom Netz gehen, soll der Atomstrom direkt durch Solarstrom ersetzt werden. Das ist das Ziel des Schweizerischen Fachverbandes für Sonnenenergie (Swissolar). Konkret: Bis 2025 soll ein Fünftel der Elektrizität aus Sonnenenergie stammen. Heute liegt der Wert nahe null.
Der Ausbau sei möglich, denn genügend Leute wollten Photovoltaik-Anlagen bauen, sagt Swissolar-Geschäftsführer David Stickelberger. Allerdings müsse die Finanzierung sichergestellt sein. Dies sei heute noch nicht der Fall. Laut Swissolar müssen deshalb die Fördergelder der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) erhöht werden, um die gesamte Warteliste der Interessierten zu berücksichtigen.
Mit den ungefähr 13'000 Photovoltaik-Anlagen auf der Warteliste könnte laut Stickelberger bereits jetzt ein Fünftel der Leistung des Kernkraftwerks Mühleberg ersetzt werden.
Anlagen auf Dächern und Fassaden
Gemäss Swissolar würden die neuen Anlagen allesamt auf Dächern und Fassaden integriert. Zwölf Quadratmeter Solarmodule pro Kopf reichten aus - ein Fünftel der Gebäudefläche. Der rasche Ausbau soll ermöglicht werden, indem Photovoltaik vor allem auf Dächern von Büros, Fabriken und Bauerhöfen installiert wird. Bei Neubauten und Sanierungen sollen Solaranlagen Pflicht werden.
Leuthard: Frage des Preises
Auch die Bundesbehörden gehen davon aus, dass in Zukunft 20 Prozent des Stromes solar produziert wird. Allerdings erst im Jahre 2050. «Wir wissen, wenn wir nukleare Stromproduktion ersetzen wollen, spielt die Photovoltaik eine wichtige Rolle», stellt Energieministerin Doris Leuthard fest. Die Branche rechne natürlich mit namhaften staatlichen Stützungsgeldern. Das könne wahrscheinlich so nicht umgesetzt werden wegen der Verteuerung des Strompreises.
Die Forderung, die Projekte auf der Fördergeld-Warteliste alle durchzuwinken, lehnt Leuthard ab. Wenn man den Deckel hebe, hätten auch alle Projekte in der Warteschlaufe 25 Jahre lang staatliche Subventionen zugute. «Das finden wir von der Übungsanlage her gerade im Bereich der Kleinanlagen - und das ist die Mehrzahl dieser Objekte - nicht zeitgemäss und wahrscheinlich auch nicht zielführend», betonte Leuthard.
Gut möglich aber, dass das Parlament auf die Forderung des Fachverbandes Swissolar eingeht. Derzeit berät die ständerätliche Kommission über eine Erhöhung der Fördergelder. (bru)
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