Studie: SVP isolierte sich durch Polarisierung selbst
Der Nationalrat an der Sondersession zur Legislaturplanung am 3. Mai 2012. (Archiv Keystone)
Mit der jahrelangen Polarisierung und ihrer Positionierung als nationalkonservative Rechtspartei hat sich die SVP zwar eine solide Anhängerschaft aufgebaut, die sie gut mobilisieren kann. Allerdings schuf sie sich dadurch auch viele Gegner. Eine deutliche Mehrheit der Wählerschaft könne sich nicht vorstellen, jemals SVP zu wählen, schreiben die Verfasser der Selects-Studie über die National- und Ständeratswahlen 2011.
Die SVP hat sich gemäss Studie mit ihrem Rechtskurs möglichen Mitte-Wählern verschlossen. Die Wahlgewinnerinnen BDP und GLP dagegen hätten es geschafft, sich als klare Mitte-Parteien zu positionieren und Wähler aus fast allen anderen Parteien zu gewinnen. Die GLP sei zudem auch für Neuwähler und frühere Nichtwähler attraktiv geworden
SP und SVP mit grössten Wählerpotenzialen
SVP und SP haben gemäss Studie weiterhin die grössten Wählerpotenziale, also Personen, die sich vorstellen können, diese Parteien zu wählen. Das SVP-Potenzial schrumpfte zwar gegenüber 2007, aber die SVP konnte es besser ausschöpfen als die anderen Parteien. So wählten beispielsweise viele potenzielle SP-Wähler letztlich grün.
Auch die FDP hat ihr relativ grosses Wählerpotenzial schlecht ausgeschöpft. Geschrumpft sind die Potenziale von CVP und Grünen. GLP und BDP wären für ein breites politisches Spektrum wählbar, sie konnten dieses Potenzial aber nur zu einem Teil ausschöpfen, wie die Studie festhält.
Ständerat: Linke geschlossener als Rechte
Die Isolation in der politischen Landschaft führte auch dazu, dass die SVP mit ihrem Angriff auf Sitze im Ständerat scheiterte - trotz prominenter Kandidaten. Während die linken Wähler die Kandidaten ihrer Parteien (SP, Grüne) gut und relativ geschlossen unterstützten, war bei den bürgerlichen Parteien diese gegenseitige Unterstützung wesentlich weniger einheitlich.
Die Selects-Studie wurde vom Schweizer Kompetenzzentrum Sozialpolitik Fors in Lausanne durchgeführt und vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt. Sie stützt sich auf eine Nachwahlbefragung von 4391 Stimmenden in den drei Wochen nach den Wahlen. (bru;bat, sda)
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