Das Aus für «kompu gacha»
So funktioniert «kompu gacha». (Grafik: Yomiuri Shimbun)
GREE ist ein japanisches soziales Netzwerk, das Yoshikazu Tanaka 2004 gründete. Das Netzwerk ist mit Facebook vergleichbar, wird aber ausschliesslich auf Mobiltelefonen genutzt. GREE hat aktuell 230 Millionen registrierte Nutzer (nicht direkt vergleichbar mit Facebooks monatlich aktiven Benutzern) und machte im letzten Quartal mehr als eine halbe Milliarde Franken Umsatz.
Diesen Umsatz erzielt das Unternehmen nur zu 10 Prozent über Werbung. 90 Prozent kommen aus bezahlten Diensten. Eine wichtige Rolle spielen dabei Sammelkarten-Spiele («gacha»). Vergleichbar mit Pokémon-Karten kaufen Benutzer für echtes Geld eine zufällige virtuelle Karte.
Gemäss einem Artikel der grössten japanischen Zeitung, will die japanische Konsumentenschutz-Behörde die Praxis der «gacha»-Spiele nun aber regulieren.
Die Behörde hat angeblich eine bestimmte Spielform im Auge, «kompu gacha» genannt. Wenn Spieler ein bestimmtes Set von Karten komplettieren («kompu» ist japanisert für «complete»), erhalten sie eine Belohnung. Den Wunsch, die Sammlung zu komplettieren, verleitet offenbar viele Spieler dazu, mehr als 1000 Franken für virtuelle Sammelkarten auszugeben. Dies verstosse gegen japanische Glückssspiel-Gesetzgebung und solle darum verboten werden.
Nach der Veröffentlichung des Zeitungsartikels verloren die Aktien von GREE am Montag 23 Prozent an Wert. Auch andere vergleichbare japanische Unternehmen brachen ein, total verloren diese Aktien am Montag 3,5 Milliarden Franken.
GREE hat reagiert und will «kompu gacha» aussetzen und kommt damit der staatlichen Regulierung zuvor. Analysten gehen davon aus, dass die Gewinne dieser Unternehmen künftig um bis zu 15 Prozent zurückgehen könnten.
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