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Stationen in Mendelssohns Leben

Felix Mendelssohn wurde am 3. Februar 1809 in Hamburg geboren und wuchs in Berlin auf, wohin seine Familie 1811 geflohen war. Mendelssohn stammte aus einer wohlhabenden Familie. Von Privatlehrern erhielt er eine umfassende Ausbildung - und entwickelte sich zum Wunderkind, das bereits im Alter von neun Jahren als Interpret und Komponist öffentlich auftrat. Grossen Einfluss übte Carl Friedrich Zelter aus, der ihn in Generalbass, Choral und Kontrapunkt ausbildete und mit Goethe bekanntmachte.

1835 wurde er Kapellmeister der Gewandhauskonzerte in Leipzig - als 26-Jähriger. Er brachte das Musikleben Leipzigs zu herausragender Blüte, pflegte die Musik von Bach und Händel und war mit vielen bedeutenden Musikern seiner Zeit befreundet. Mendelssohn refomierte das städtische Musikleben grundlegend, indem er sein Orchester unter städtisches Patronat stellte und dafür sorgte, dass die Musiker fest angestellt wurden und Gehälter bezogen.

Reisender Musiker und Zeichner

Während seines ganzen Lebens waren Reisen für ihn von grosser Bedeutung. Besonders gern hielt sich Mendelssohn in London auf, wo er grosse Erfolge feiern konnte. Zehnmal reiste er nach England, studierte «60 dicke Bände Manuskripte von Händel», trat als Dirigent, Pianist und Organist auf und erhielt Aufträge von der «Philharmonic Society». In London dirigierte er 1833 die Uraufführung seiner vierten Sinfonie, der «Italienischen», und in Birmingham wohnte er 1846 der Uraufführung seines Oratoriums «Elias» bei.

Auch in der Schweiz hielt sich Mendelssohn immer wieder gerne auf. Doch hier widmete der begabte Zeichner seine Zeit weniger der Musik, wie er einmal einem Freund berichtete: «Musik gemacht habe ich in der ganzen Schweiz kein bisschen, aber gezeichnet den ganzen Tag, bis mir die Finger und die Augen weh taten.» Zeugnisse dafür sind zwei Skizzenbücher und 13 Aquarelle.

Der frühe Tod des Genies

1836 heiratete er Cécile Jeanrenaud aus Frankfurt. Die beiden hatten fünf Kinder. In den Jahren 1841 bis 1844 liess sich Mendelssohn zeitweise wieder in Berlin nieder und arbeitete dort im Dienste des neuen Königs von Preussen. Gleichzeitig setzte er sich für die Gründung eine Konservatoriums in Leipzig ein, das 1843 eröffnet werden konnte. Mendelssohn starb am 4. November 1847 unerwartet im Alter von nur 38 Jahren an den Folgen eines Gehirnschlages – ein halbes Jahr nach dem Tod seiner Schwester Fanny, die er inniglich geliebt hatte.

Rolf Grolimund

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