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Mendelssohns Ächtung als jüdischer Musiker

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847)

Als Mendelssohn starb, war er einer der angesehensten Komponisten Europas. Doch drei Jahre nach seinem Tod war in der Leipziger «Neuen Zeitschrift für Musik» ein Artikel eines gewissen «Freigedank» zu lesen, in dem Mendelssohn als Jude verunglimpft und als Musiker disqualifiziert wurde. Autor der Hasstirade war Richard Wagner.

Jahrzehnte später versuchten die Nazis, Schumann gegen Mendelssohn auszuspielen. Sie verhängten ein Aufführungsverbot der Musik Mendelssohns und liessen die Mendelssohn-Statue vor dem Leipziger Gewandhaus entfernen. Auch nach 1945 erhielt Mendelssohn noch keineswegs die Anerkennung, die Komponisten wie Bach, Mozart, Beethoven oder Wagner zuteil wurde. Seine Musik wurde als leichtfüssig und oberflächlich abqualifiziert.

Immer noch viel zu entdecken

In jüngerer Zeit erfolgte eine objektivere Auseinandersetzung. Heute gehören seine Ouvertüren «Die Hebriden» und «Sommernachtsraum» (ein Geniestreich des damals 17-jährigen Komponisten) sowie Werke wie die «Italienische Sinfonie», das Violinkonzert und die beiden Oratorien «Paulus» und «Elias» zum festen Repertoire des Konzertlebens. Auch einige seiner Kammermusik-, Klavier- und Orgelwerke werden regelmässig gespielt. Seit einigen Jahren wurde man auf das geniale und reichhaltige Jugendwerk aufmerksam, auf seine Motetten, frühen Konzerte und die zwölf Streichersinfonien.

Immer noch kaum beachtet werden dagegen Mendelssohns Singspiele und Opern sowie die drei Schauspielmusiken zu «Antigone», «Athalia» und «Oedipus». Vielleicht erlangt im Mendelssohn-Jahr 2009 das eine oder andere dieser Werke wieder etwas mehr Aufmerksamkeit – sei es im Konzert, auf CD oder am Radio.

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