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  • Wissenschaft:
  • Dossier Übersicht

Freitag, 2.9.2011

Hörpunkt: Tatort Wissenschaft

(Reuters)

Wissenschaft überschreitet Grenzen. Das muss sie, denn sonst ist sie keine. Wer forscht, will durchdringen, was noch nie gedacht wurde, will Gebiete betreten, wo noch nie jemand war, will ausprobieren, was noch kein anderer entwickelt hat. Doch Wissenschaft ist nicht a priori «gut». Sie kann auch Schaden anrichten.

Die Wissenschaftsredaktion von Schweizer Radio DRS besichtigt Tatorte. Berichtet von kriminellen, nachlässigen und naiven Forschern. Fragt, warum Wissenschaftler zu Tätern und ihre Forschungsgebiete zur Gefahr werden. Diskutiert, wie wissenschaftliche Erkenntnisse missbraucht werden und wer die Verantwortung dafür trägt.

Katharina Bochsler, Pascal Biber, Thomas Häusler

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Hörpunkt: Tatort Wissenschaft vom Freitag, 2.9.2011, 09.06 Uhr, DRS 2

Der schwere Stand der Whistleblower

«Whistleblower», Personen die  Missstände aufdecken wollen, haben in der Wissenschaft einen speziell schweren Stand: Das ganze System ist von Abhängigkeiten geprägt, die Forschenden untereinader sind auf Vertrauen angewiesen, ihre Arbeitenden bauen aufeinander auf. Ausserdem hemmen die oft strengen Hierarchien im akademischen Bereich den «Verrat» von Kollegen. Die Juristin Marion Völger Winsky hat diese Dynamiken in ihrer Dissertation untersucht.


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  • Hören (4:21)

Hörpunkt: Tatort Wissenschaft vom Freitag, 2.9.2011, 10.03 Uhr, DRS 2

Grabraub oder Grabung? Archäologen im Dilemma

Wenn Superstar Pharao Tutenchamun irgendwo gezeigt wird, stehen die Menschen an der Museumskasse Schlange. Die Faszination an ägyptischen Schätzen ist ungebrochen. Entsprechend motiviert wurde nach ihnen gegraben, illegal durch Grabräuber, legal durch Archäologen. Beide richten Schaden an - ob sie das wollen oder nicht.


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Hörpunkt: Tatort Wissenschaft vom Freitag, 2.9.2011, 09.06 Uhr, DRS 2

Von Galilei bis heute: Betrugsfälle in der Forschung

Der Erfolgsdruck in der Wissenschaft ist riesig. Kein Wunder versuchen Forscher, der Wahrheit manchmal etwas auf die Sprünge zu helfen. Da wird geschönt, getürkt, betrogen. Und dies nicht erst in moderner Zeit. Der Wissenschaftsbetrug ist wahrscheinlich so alt wie die Wissenschaft selbst.


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  • Hören (10:45)

Hörpunkt: Tatort Wissenschaft vom Freitag, 2.9.2011, 09.06 Uhr, DRS 2

Wissenschaft: Tummelplatz der Schummler?

Warum gibt es in der Wissenschaft so viel unlautere Vorgänge? Das liegt vor allem an den Arbeitsbedingungen, erzählt Ulrike Felt, Wissenschaftsforscherin an der Universität Wien. Schuld sind viele befristete Anstellungen und extremer Konkurrenzdruck unter den Mitarbeitern.


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  • Hören (17:56)

Hörpunkt: Tatort Wissenschaft vom Freitag, 2.9.2011, 10.03 Uhr, DRS 2

Oswald Iten über die Faszination für das Wilde

Am 12. April 1986 enthüllte der Journalist Oswald Iten in der Neuen Zürcher Zeitung den Schwindel um die Tasaday, die nicht das vergessene Steinzeit-Volk waren, zu dem sie gemacht wurden. Und vor kurzem hat der renommierte Ethnologe Napoleon Chagnon den Stamm der Yanomami in Brasilien als viel gewalttätiger hingestellt als er tatsächlich ist.


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  • Hören (10:04)

Hörpunkt: Tatort Wissenschaft vom Freitag, 2.9.2011, 10.03 Uhr, DRS 2

Das Steinzeitvolk, das es nicht gab

In den 70er-Jahren wurde in den philippinischen Wäldern eine kleine Gruppe Menschen entdeckt, die scheinbar in der Steinzeit steckengeblieben waren: Die «Tasaday» waren eine ethnologische Sensation, die um die Welt ging. Bis eines Tages der NZZ-Journalist Oswald Iten den Schwindel aufdeckte und sich damit nicht nur Freunde machte.


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  • Hören (10:37)

Hörpunkt: Tatort Wissenschaft vom Freitag, 2.9.2011, 11.03 Uhr, DRS 2

Die Wissenschaft und der Waffenbau

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts hielt auf den Schlachtfeldern Europas das Schwarzpulver Einzug. Diese explosive Mischung aus Kaliumnitrat, Holzkohle und Schwefel veränderte die Kriegsführung für immer. Und das war erst der Anfang einer grausamen Technikgeschichte.


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Hörpunkt: Tatort Wissenschaft vom Freitag, 2.9.2011, 11.03 Uhr, DRS 2

Der virtuelle Krieg: unübersichtliches Minenfeld

Je digitaler unsere Gesellschaft wird, desto ist sie von den Möglichkeiten von Rechnern und Netzwerken abhängig. Damit steigt aber auch auch ihre Verwundbarkeit bei Angriffen auf diese Fundamente. Ein Rundgang über ein unübersichtliches Minenfeld.


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  • Hören (10:43)

Hörpunkt: Tatort Wissenschaft vom Freitag, 2.9.2011, 11.03 Uhr, DRS 2

Vom Fliessband zur Corporate Identity

Wer in einem Vorstellungsgespräch nach der Teamfähigkeit gefragt oder durch ein Assessment gejagt wurde, hat mit einem Fliessbandarbeiter mehr gemeinsam als er denkt. Denn wenn sich früher der Körper des Fabrikarbeiters anzupassen hatte muss jetzt im postindustriellen Zeitalter, die Psyche Flexibilität beweisen. Erfunden haben es Managment-Wissenschaftler und Organisationspsychologen.


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  • Hören (5:50)

Hörpunkt: Tatort Wissenschaft vom Freitag, 2.9.2011, 12.03 Uhr, DRS 2

Copy, Paste: Wie schlimm ist der Ideenklau?

Viele Wissenschaftler wollen Neues herausfinden oder Bahnbrechendes entdecken, doch längst nicht allen gelingt das. Darum wird gerne nachgeholfen: Die einen schreiben ab, ohne es zu deklarieren. Andere klauen Ideen und dritte lassen andere ihre Forschungsarbeit schreiben. Wie gravierend sind diese Vergehen wirklich?


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  • Hören (9:21)

Hörpunkt: Tatort Wissenschaft vom Freitag, 2.9.2011, 13.00 Uhr, DRS 2

«Schlingelgesicht»: eugenische Medizin-Propaganda

Gibt es körperliche oder psychische Merkmale, aufgrund derer ein Mensch als Verbrecher erkannt werden kann? Darüber machte sich die Wissenschaft im Laufe der Zeit immer wieder Gedanken - mit teilweise grausamen Folgen. Zum Beispiel im Fall von Lehrbüchern für angehende Kinderärzte, die noch bis in die 1970er-Jahre bereits Kleinkinder als potentielle Verbrecher brandmarkten - unter anderem wegen ihrer Gesichtszüge.


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  • Hören (11:46)

Hörpunkt: Tatort Wissenschaft vom Freitag, 2.9.2011, 13.00 Uhr, DRS 2

Wenn Ärzte Fehler machen: ein Betroffenenbericht

Jedes Jahr sterben in Schweizer Spitälern schätzungsweise 700 bis 1700 Menschen an Behandlungsfehlern. Bei aller Tragik für die Betroffenen und ihre Angehörigen kümmert sich kaum jemand um die fehlbaren Ärzte und Ärztinnen. Nicht wenige zerbrechen daran. Ein Arzt hatte den Mut von seinem folgenschwersten Fehler zu berichten.


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  • Hören (4:50)

Hörpunkt: Tatort Wissenschaft vom Freitag, 2.9.2011, 13.00 Uhr, DRS 2

Selbstzweifel, Angst: Teufelskreis Ärztefehler

Eine grosse amerikanische Studie an über 3000 Assistenzärzten zeigte, dass viele Mediziner nach einem Fehler an Burnout oder Depressionen leiden - auch wenn beim Patient kein Schaden entstanden ist. Um weitere Folgen zu verhinden, wurde in den letzten Jahren der Umgang mit Behandlungsfehlern verbessert.


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  • Hören (3:57)

Hörpunkt: Tatort Wissenschaft vom Freitag, 2.9.2011, 14.00 Uhr, DRS 2

Diskussion: Forschen zwischen Grenzen und Freiheit

Grenzen zu überschreiten liegt auch in der Natur der Forschung: Ohne Aufbruch in Neuland kann gar keine Wissenschaft stattfinden. Es stellt sich also die Frage, wie viel Freiheit braucht die Forschung? Und wie viel Freiheit ist zu viel? Es diskutieren Klaus-Peter Rippe, Ethiker, Kurt Bürki, Stammzellforscher und Felix Gutzwiller, Präventivmediziner der Universität Zürich und Ständerat.


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  • Hören (43:48)

Verantwortlich für dieses Dossier:

Thomas Hägler


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Tatort Wissenschaft: Testen Sie ihr Wissen

Werden Daten «gecooked» oder «geforgt»? Was ist «Vroniplag»? Und warum haben es Whistleblower in der Wissenschaft nicht einfach? Haben Sie beim Hörpunkt «Tatort Wissenschaft» gut aufgepasst, können sie mit diesem Quiz ihr Wissen zu den verschiedenen Themen testen.

Links zu «Tatort Wissenschaft»


«L'age du faux» - Das Zeitalter der Fälschung

Ausstellung im archäologischen Museum «Laténium» in Hauterive. Noch bis Januar 2012.
www.latenium.ch


Heinrich Zankl: Fälscher, Schwindler, Scharlatane. Betrug in Forschung und Wissenschaft

Informative Sammlung weniger bekannter historischer und aktueller Fakten die zeigt, wie sich die Forscher und Fälscher aus allen Wissenschaftsbereichen verraten. Erschienen bei Wiley-VCH (2004).

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