Goldener Bär für «Honig»
Goldener Bär für Semih Kaplanoglu. (Keystone)
Der türkische Regisseur Semih Kaplanoglu erhält den Goldenen Bären für sein Drama «Honig». Der Film erzählt von einer Kindheit im ländlichen Anatolien. Nach 46 Jahren gewann damit erstmals wieder ein Film aus der Türkei die höchste Auszeichnung der Internationalen Filmfestspiele in Berlin.
«Honig» ist nach «Milch» und «Ei» der Abschluss einer autobiografisch geprägten Trilogie über Yusuf als kleinen Jungen, Studenten und alten Mann. In dem ganz ohne Musik gedrehten «Honig» spielt die Natur eine der Hauptrollen.
Silberner Bär für Polanski
Mit dem Silbernen Bären wurde der in der Schweiz unter Hausarrest stehende Regisseur Roman Polanski für seinen Politthriller «Der Ghostwriter» ausgezeichnet. Auch seine Hauptdarsteller Pierce Brosnan und Ewan McGregor waren der Gala fern geblieben.
Polanski: «Ich wäre nicht gekommen.»
Stattdessen nahmen die Produzenten den Preis entgegen und richteten eine Botschaft von Polanski aus: «Selbst wenn ich gekonnt hätte, wäre ich nicht gekommen. Denn als ich das letzte Mal zu einem Festival gekommen bin, um einen Preis entgegenzunehmen, bin ich im Gefängnis gelandet.» Polanski droht in den USA ein Prozess wegen Vergewaltigung.
Grosser Preis der Jury für Serban
Den Grossen Preis der Jury erhielt der Rumäne Florin Serban für das Jugenddrama «Wenn ich pfeifen möchte, pfeife ich». Der Film wurde ausserdem mit dem Alfred-Bauer-Preis gewürdigt.
Bestes Schauspielerin: Shinobu Terajima
Der Silberne Bär für die beste Schauspielerin ging an die Japanerin Shinobu Terajima. Sie spielt in dem Antikriegsfilm «Raupe» von Koji Wakamatsu eine junge Ehefrau, die ihren sadistischen Ehemann pflegen muss, als dieser ohne Arme und Beine aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrt.
Bester Schauspieler: Grigori Dobrygin und Sergej Puskepalis
Den Preis für die besten männlichen Darsteller teilen sich die Russen Grigori Dobrygin und Sergej Puskepalis. Sie spielen in Alexei Popogrebskys «Wie ich diesen Sommer zu Ende brachte» zwei Männer auf einer einsamen Wetterstation in der Arktis. Für seine Kameraführung in dem Film erhielt Pavel Kostomarov einen Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung.
Eröffnungsfilm mit dem besten Drehbuch
Den Preis für das beste Drehbuch gab es für den chinesischen Regisseur Wang Quan'an, der mit seiner Tragikomödie «Getrennt zusammen» die 60. Berlinale eröffnet hatte. Er erzählt von einem Ex-Soldaten, der einst vor den chinesischen Kommunisten nach Taiwan floh und bei einer Reise in die alte Heimat seine ehemalige Geliebte wiedertrifft.
Eigenlob der Jury
Zur siebenköpfigen Jury unter Vorsitz von Regisseur Werner Herzog gehörten auch Hollywoodstar Renée Zellweger und die deutsche Schauspielerin Cornelia Froboess. «Die Jury war klasse», sagte Herzog kurz vor der Verleihung. «Wir haben relativ schnell ein Ergebnis gehabt, bestimmt schneller als jede andere vor uns.» 20 Filme aus aller Welt waren in der offiziellen Bären-Konkurrenz. (bat, dpa/apn)
