Nun soll Brahimi vermitteln
Lakhdar Brahimi (Keystone Archiv)
Nach einer Reihe von Rückschlägen in der Syrien-Krise setzen die Uno und die Arabische Liga ihre Hoffnung jetzt auf einen neuen Sondervermittler. Der algerische Krisendiplomat Lakhdar Brahimi (78) will die Nachfolge von Kofi Annan antreten. Dieser hatte aus Enttäuschung über ausbleibende Fortschritte sein Mandat zum Monatsende niedergelegt.
Unterstützung nötig
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüsste nach Angaben eines Sprechers die Bereitschaft von Brahimi, sein Talent und seine Erfahrung in den Dienst dieser entscheidenden Aufgabe zu stellen. «Er wird dafür die starke, klare und gemeinsame Unterstützung der internationalen Gemeinschaft - inklusive des Sicherheitsrats - brauchen, die er zu Recht erwartet.» Für die Vereinten Nationen habe die Diplomatie zur friedlichen Beilegung der Krise weiterhin Vorrang.
Etwas Optimismus bleibt
Brahimi selbst hält einen Kompromiss für möglich: «Ich bin optimistisch, dass es eine Lösung in Syrien geben kann. Aber ich bin nicht optimistisch, dass es eine einfache Lösung sein kann», sagte er schon im Juni. «Der Weg wird lang und teuer sein.»
Brahimi beginnt seine Vermittlerrolle in einem schwierigen Umfeld. Die fünf-Vetomächte im Weltsicherheitsrat können sich auf keine gemeinsame Linie einigen. Ein für Freitag geplantes Treffen der Syrien-Aktionsgruppe wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.
In Syrien kämpfen Regierungstruppen und Aufständische weiter um die Macht. Weil beide Seiten Gewalt und Blutvergiessen nicht beenden, besiegelte der Uno-Sicherheitsrat am Donnerstag (Ortszeit) das endgültige Ende der Beobachtermission Unsmis.
Kämpfe in Damaskus und Aleppo
In weiten Landesteilen Syriens ging der Bürgerkrieg am Freitag weiter. Aktivisten berichteten von Explosionen und Gefechten rund um den Militärflughafen Al-Messe im Westen von Damaskus. Die Regierungstruppen sollen Panzer und Helikopter eingesetzt haben. Die Bevölkerung im eleganten Viertel Al-Messe sei verängstigt und schockiert, hiess es in den Berichten. Auch von der südlichen Peripherie der Hauptstadt wurden Kämpfe gemeldet.
In der umkämpften nördlichen Grossstadt Aleppo verstärkten die Regimetruppen den Artilleriebeschuss. In der Nähe des Militärflughafens bombardierten Regimetruppen ein Dorf, berichteten Aktivisten. Die Kämpfe um Aleppo dauern seit fast vier Wochen an. Keine der Seiten konnte bislang eine entscheidende Wende herbeiführen. (luek, sda/dpa/reuters)
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