Das Gehirn - grösstes Rätsel der Menschheit
Es gilt immer noch das Bonmot von Jostein Gaarder: «Wenn das Gehirn so einfach wäre, dass wir es verstehen könnten, wären wir zu dumm, um es zu begreifen.» Dennoch reichen die heutigen Erkenntnisse aus, um uns ins Staunen zu versetzen und die klassischen, dualistischen Erklärungsmodelle - die Trennung von Körper und Geist - in Frage zu stellen.
Mit Hilfe neuer Techniken wie der Positronenemissionstomografie (PET) oder der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT), kann man seit kurzem Denkprozesse im Gehirn visualisieren. Dadurch weiss man, welche Hirnregionen bei kognitiven Funktionen wie Sprache, Tonwahrnehmung oder Gedächtnisprozesse aktiv sind. Steht die Wissenschaft kurz davor, dem Gehirn seine letzten Geheimnisse zu entreissen?
Nicht ganz. Durch die Zuordnung bestimmter Prozesse ist noch nicht erklärt, wie sie ablaufen. Wie entstehen zum Beispiel Bewusstsein und Ich-Erleben? Wird man diese einst neurologisch nachweisen können? Was hat es mit der Vorstellung des «freien Willens» auf sich? Diese grossen Fragen der Neurowissenschaften wird man vermutlich auch in den nächsten zehn Jahren noch nicht beantworten können - und die Funktionsweise des Gehirns wird so noch lange eines der grössten Rätsel in der Geschichte der Menschheit bleiben.
Thomas Hägler
