Die Wende in der aktuellen Literatur
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Andreas Maier: Sanssouci In «Sanssouci» erzählt der deutsche Autor Andreas Maier die Geschichte eines Westlers, der als Filmregisseur die Stadt Potsdam werbewirksam in Szene setzen muss. Um diese Ausgangslage gruppieren sich die unterschiedlichsten Figuren: Randständige, Jugendliche, Politiker und Priester. Sie alle versuchen, sich einzurichten in einem skurrilen Leben, das zwar reich an Möglichkeiten ist, aber arm an Perspektiven bleibt. Maier seziert in seinem Roman die deutsche Gegenwartsgesellschaft und beleuchtet, wie sich Ost und West zwanzig Jahre nach der Wende durchdringen.
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Sylvia Kabus: Weisser als Schnee 1988 legte Autorin Sylvia Kabus ihr Manuskript von «Weisser als Schnee» dem Aufbau-Verlag vor, dem grössten belletristischen Verlag der DDR. Kabus jedoch kam mit ihrem Roman, in dem sie das Pflegesystem der DDR kritisiert, nicht an: Die Lektorin hat das Manuskript abgelehnt, da «an dem Text, an der Figur etwas krank ist». Letzten Herbst hat die Edition «Die Verschwiegene Bibliothek» den bildmächtigen, fast schon magischen Roman über den Alltag einer jungen Frau in Leipzig veröffentlicht.
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Günter Kunert: Als das Leben umsonst war Günter Kunert, geboren 1929 in Berlin, zählt zu den profiliertesten Schriftstellern Deutschlands. Vor dreissig Jahren musste er die DDR verlassen, nachdem er sich gegen die Ausbürgerung seines Kollegen Wolf Biermann gestellt hatte. Zu Kunerts achtzigsten Geburtstag im März dieses Jahres ist ein weiterer Gedichtband von ihm herausgekommen. In «Als das Leben umsonst war» tritt der Autor einmal mehr als kluger Analytiker und poetischer Chronist unserer Tage auf.
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Natascha Wodin: Nachtgeschwister Eine liebesbedürftige Frau, ein geniales Monster, der europäische Ost-West-Gegensatz und das Schreiben - das sind die Themen von Natascha Wodins Roman «Nachtgeschwister». Das Monster ist ein bekannter Schriftsteller aus der DDR, der kurz vor der Wende in den Westen kommt - und sie kaum überlebt. Die Erzählerin schildert ihre dramatische Beziehung zu diesem ebenso faszinierenden wie abstossenden Mann. Durch ihre genaue Beobachtung individueller, ja pathologischer Charaktere gelingt es Wodin, die deutsche Zeitenwende von 1989 zu fassen.
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Kurt Drawert: Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüsste Kurt Drawert hat sich vor allem als Lyriker und Essayist einen Namen gemacht. In seinem ersten Roman erzählt der 53-jährige Autor die Geschichte eines Mannes, der von seiner Existenz unter Tage berichtet, wo er als «ostdeutscher Erdling» arbeitete und lebte - bis er nach oben gelangte, als die «Höhlenrepublik» ihr Ende fand. Entstanden ist ein Roman über das Leben in der ehemaligen DDR und über das «Verbrechen am Seelenleben des Menschen».
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Sven Regener: Der kleine Bruder Berlin-Kreuzberg, November 1980: Im Schatten der Mauer gedeiht ein Paralleluniversum voller Künstler, Hausbesetzer, Kneipenbesitzer und Kneipenbesucher, Hunde und Punks. Zwischen Bier, Standpunkten und Reden fehlt bloss eines: jemand, der alles einmal richtig durchdenkt - Frank Lehmann aus Bremen. Mit «Der kleine Bruder» liess der deutsche Autors Sven Regener seine erfolgreiche Saga von Herrn Lehmann, dem Barmann einer Eckkneipe in Berlin, letztes Jahr zur Trilogie anwachsen. Hören: DRS 4 aktuell, 10.09.2008: Sven Regener: «Ich bin keinTrilogie-Fanatiker»
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Ingo Schulze: Adam und Evelyn In seinem Roman «Adam und Evelyn» vergegenwärtigt Ingo Schulze den Spätsommer 1989, als die scheinbar unüberwindbaren Grenzen des Ostblocks zunächst in Ungarn ins Wanken gerieten. Im Schwebezustand plötzlicher Wahlfreiheit entdeckt der Autor die menschliche Urgeschichte von Verbot und Verlockung, Liebe und Erkenntnis - und nicht zuletzt der Sehnsucht nach dem Paradies. Vor diesem Hintergrund entwirft Ingo Schulze eine hintergründig vergnügliche und süffig erzählte Geschichte aus den vorletzten Tagen der DDR, die 2008 für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Hören: Reflexe, 06.10.2008: Sündenfall vor Mauerfall? Ingo Schulzes neuer Roman «Adam und Evelyn»Hören: DRS2aktuell, 13.08.2008: Die DDR als verlorenes Paradies
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Uwe Tellkamp: Der Turm In seinem monumentalen Roman «Der Turm» gestaltet Uwe Tellkamp die letzten sieben Jahre der DDR als eindringliches Panorama unterschiedlichster Schicksale in Dresden. Drei Männer ragen heraus: Richard, ein bildungsbürgerlicher Arzt mittleren Alters, sein ehrgeiziger Sohn Christian, der in der Nationalen Volksarmee fast gebrochen wird, sowie dessen Onkel Meno, ein vorsichtig-kluger Verlagslektor. 2008 erhielt Tellkamp für seine politisch so unerbittliche wie poetisch grandiose Darstellung der «Geschichte eines versunkenen Landes» (so der Untertitel des Romans) den Deutschen Buchpreis. Hören: DRS2aktuell, 14.10.2008: Uwe Tellkamp erhält den Deutschen Buchpreis |








