(keystone)
Wärme aus grosser Tiefe
Das Geothermie-Kraftwerkin Soultz im Elsass ist nach Angaben der Schweizerischen Vereinigung für Geothermie das grösste und am weitesten fortgeschrittene Projekt zur Stromerzeugung mit Wärme aus grosser Tiefe.
Erdwärme heizt das Wasser
Das Prinzip der Anlage klingt einfach: In Soultz wird Wasser bis in 5000 Meter Tiefe in den Untergrund gepumpt. Dort erreichen die Temperaturen 200 Grad. Das dadurch erhitzte Wasser durchläuft einen Wärmeaustauscher; der erzeugte Strom fliesst ins Netz. Die Leistung des Elsässer Kraftwerks entspricht 1,5 Megawatt, mit denen etwa 1500 Haushalte mit Strom versorgt werden sollen.
Strom ist nicht billiger
Billiger ist der Strom aus der Tiefe nicht. Erdwärme-Strom kostet derzeit nach Angaben der Betreiber etwa 24 Rappen pro Kilowattstunde, Atomstrom liegt demnach bei etwa acht. Das Projekt in Soultz startete vor 20 Jahren. Heute arbeiten dort 15 Forscher und Techniker aus Deutschland und Frankreich. Die Anlage hat rund 130 Millionen Franken gekostet. In Europa sind etwa 40 dieser Kraftwerke in Betrieb.
Erdbeben in Basel
Ganz ohne Risiken sind die Anlagen aber nicht: 2006 hatten Bohrungen für das Geothermie-Kraftwerk in Basel ein Erdbeben mit Magnituden von mehr als 3 ausgelöst. Der Kanton entschied daraufhin, das Projekt zunächst ruhen zu lassen, im Dezember 2009 wurde es gänzlich begraben. Eigentlich sollte das Basler Kraftwerk 2009 in Betrieb genommen werden. Geplant war eine elektrische Leistung von sechs und eine thermische Leistung von 17 Megawatt.
Die Betreiber der Elsässer Anlage sind nach eigenen Angaben sicher, dass es in ihrer Gegend nicht zu Erschütterungen wie in Basel kommen kann. Nach Angaben der Betreiber wurde in einem Test bereits Wasser mit Hochdruck in den Boden eingepresst. Die Erschütterungen entsprachen den Vibrationen des Bodens, wenn ein Zug vorbeifährt.(Agenturen/ank)
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