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Letztes Update: Montag, 20.8.2012

Spekulation mit Nahrungsmitteln verbieten?

Die Uno rechnet auch in den kommenden zehn Jahren mit stark schwankenden Nahrungsmittelpreisen. Da sei Spekulation im Spiel auf Kosten der Ärmsten, sagen NGOs wie Foodwatch. Sie fordern von den Banken, auf entsprechende Anlagefonds zu verzichten.

Unter der Spekulation mit Nahrungsmitteln leiden vor allem die Ärmsten, sagen spekulationskritische NGOs. (Keystone)

Landwirtschaft vor riesigen Herausforderungen

Die weltweite Nahrungsmittelproduktion muss in den nächsten Jahrzehnten drastisch gesteigert werden, sagen FAO und OECD. Gleichzeitig sind die Landwirte jedoch auch aufgerufen, nachhaltiger und ökologischer zu arbeiten.   Mehr

Nahrungsmittel - kein Gut für alle?

Eigentlich gibt es genug Nahrungsmittel für alle, aber nicht alle können sie sich leisten. Die Welternährungs-Organisation FAO in Rom gibt ihre Prognose bekannt über die Nahrungsmittelpreise der Zukunft.

Beitrag aus Rendez-vous vom Mittwoch, 11.7.2012, 12.30 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

Von Wirtschaftsredaktor Thomas Oberer

Spekulation führt zu steigenden Preisen für Nahrungsmittel. Und das wiederum ist mitschuldig am Hunger in der Welt. Dies sagt Thilo Bode von der deutschen Nichtsregierungsorganisation (NGO) Foodwatch. Die Rohstoffbörsen würden heute als Kapitalanlage-Plattform benutzt, stellt Bode fest. Und folgert: «Da diese Anlagestrategien negative Auswirkungen auf Menschen haben, sagen wir: damit muss Schluss sein!»

Banken reagieren auf die Vorwürfe
In Deutschland zeigt die Kritik von Foodwatch bereits Wirkung. Einzelne Banken steigen aus Agrarfonds aus oder nehmen sie zumindest genauer unter die Lupe, wie zum Beispiel die Deutsche Bank. Auch wenn noch offen ist, was das konkret heisst.

In der Schweiz wollen die UBS, die Credit Suisse und die Zürcher Kantonalbank an den Agrarfonds festhalten. Zum einen seien die Volumen äusserst klein und zum anderen seien es so genannte Index-Fonds, die alle Rohstoffe abdeckten und somit wenig Platz für Spekulation böten. Man sei sich jedoch der Problematik und der politischen Diskussion durchaus bewusst.

Foodwatch: Politik muss Regeln erlassen

Genau auf diese politische Diskussion setzt Foodwatch-Chef Bode. Jetzt sei die Politik gefragt. Sie müsse die Spielregeln neu definieren, sagt er. Es brauche «wasserdichte Regelungen», damit die Spekulation eingedämmt werden könne. «Wir reden hier über eine Machtfrage. Und wir hoffen natürlich, dass die Machtfrage zu Gunsten des Allgemeinwohls entschieden wird und nicht zu Gunsten der Investmentbanken», sagt Bode.

«Gute» und «schlechte» Spekulation
In der Wissenschaft ist ein Zusammenhang zwischen Spekulation und dem weltweiten Hunger umstritten. Ursprünglich sind Wetten auf Nahrungsmittel dafür gedacht gewesen, Händler und Produzenten gegen Preisschwankungen abzusichern. Doch immer öfter werden diese Sicherungsinstrumente zu Spekulationszwecken benutzt.

Für Joachim von Braun, Agrarexperte und Professor an der Universität Bonn, gilt es deshalb zu unterscheiden zwischen «guter» und «schlechter» Spekulation. Der Professor sieht die reine Finanzspekulation mit Nahrungsmitteln zwar ebenfalls kritisch. Ein generelles Verbot aber lehnt er ab.

Juso wollen Initiative lancieren
Zwar müsse der Handel gestoppt werden können, «wenn es aus dem Ruder läuft». Dies sei noch in den 1990er-Jahren möglich gewesen, um der extremen Spekulation Einhalt zu gebieten. Aber «das Kind mit dem Bade ausschütten - das Ende des Warenterminhandels - das wäre falsch», ist von Braun überzeugt.

In der Schweiz wird das Geschäftemachen mit Nahrungsmitteln schon bald auf die politische Agenda kommen. Die Schweizer Jungsozialisten wollen eine Volksinitiative lancieren mit dem Thema «Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln». Möglich also, dass auch in dieser Frage das Volk das letzte Wort haben wird. (pet;bru)

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Beitrag von Thomas Oberer. (11.7.2012)
Hören (2:45)

Montag, 16.5.2011

Weltweite Verschwendung von Lebensmitteln

Auf der ganzen Welt werden Lebensmittel verschwendet. In Europa und in den USA wirft jeder Mensch jedes Jahr mehr als 100 Kilogramm Esswaren in den Müll.   Mehr

Steigende Preise - drohender Hunger


Weiterführender Link zum Beitrag:

  • fao.org: Daten zu den Preisentwicklungen von Nahrungsmitteln bei der Uno-Organisation FAO.

Verantwortlich für diesen Beitrag:

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